Kolumbien, Ecuador und Peru – nette Menschen, atemberaubende Landschaften, alte Kulturen

Posted by on 25. Januar 2014

Kolumbien – nette, hilfsbereite Menschen,schöne Landschaften

Am 7. Oktober kamen wir in Villa de Leyva an. Wir fühlten uns im „Hostal Renacer“ das etwas außerhalb des Zentrums liegt und wir mit unserem Auto stehen konnten auch gleich sehr wohl. Nicht nur die Lage, etwas erhöht über dem Dorf gefiel uns, sondern auch die Menschen da, die uns sehr freundlich empfingen und uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Die erste Woche nutzten wir, um alles auf Vordermann zu bringen. Außerdem waren unsere Freunde auch da und man hatte sich viel zu erzählen. Villa de Leyva, ein Weltkulturerbe der UNESCO ist ein sehr reizvoller Ort, mit weißen Gebäuden und einem riesigen gepflasterten Platz im Zentrum, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Man kann durch den Ort flanieren, eines der vielen Restaurants besuchen oder auch in den Ateliers der Künstler stöbern. Viele einheimische Touristen aus der ca. 3 Std. entfernt gelegenen Hauptstadt Bogota haben diesen Ort, der soviel zu bieten hat auch für einen Wochenendaufenthalt entdeckt. Auch haben sie hier auf ca. 2600 m ein sehr gutes Klima, was wir auch sehr angenehm empfanden. Immer samstags ist Dorfmarkt und die Bauern aus der Umgebung verkaufen ihr Gemüse und Obst aber auch Schweine, Schafe Hühner und anderes Getier. Als wir einem alten Zwiebelbauern etwas abkaufen und mit ihm reden, bedankt er sich nicht nur ganz herzlich für unseren Kauf, sondern auch dafür, dass wir als „Gringos“  überhaupt mit ihm sprechen, was uns dann wiederum sehr überraschte. Als wir dann auf die Suche nach Künstlern gehen, lernen wir „Zarina“ kennen. Ihr Mann betreibt das gleichnamige Lokal „Zarina „ und sie selbst knüpft wundervolle Teppiche. Außerdem war sie früher Galeristin und kennt die Künstlerszene hier sehr gut. Dank ihrer Hilfe hat sich für uns dann ein großes Tor geöffnet. Schon einen Tag später hatten wir einen Maltermin mit Alexandra in ihrer „Vitra Galeria“. Wir mussten zwar weiter nach Bogota, da man auch hier auf uns wartete, doch wir wussten schon bei der Abreise, dass wir wieder kommen würden. Denn auch Fernando Botero wollte für uns malen.

Bogota – Kolumbiens Hauptstadt

So machten wir uns am 13.10. auf den Weg in die ca. 180 km entfernt gelegene Hauptstadt Bogota. Wir wussten nicht, was uns da alles erwartet, denn man hat über diese Mega-Stadt schon soviel schlechtes gehört. Wir waren aber positiv überrascht. Zwar gab es wie in jeder dieser Megastädte auch entsprechenden Verkehr aber es war alles bei weitem nicht so schlimm wie erwartet. Wohl gemerkt, wir waren im „nobleren“ Norden der Stadt. Als wir an unserem Stellplatz ankamen, der uns als Geheimtipp empfohlen wurde, war das Einfahrtstor für unseren „Balu“ zu niedrig obwohl wir vorher mit dem Besitzer einem ehemaligen hohen Militär noch telefonierten und alles abcheckten. Genau das sind die Situationen, die ich so „liebe“ und die aber wie nach „Murphy´s Law“ immer wieder eintreten. Man kommt an, oft schon zu spät, es wird schon Dunkel und man hat keine Alternativen in der Rückhand und verzweifelt fast in den unbekannten Tiefen dieser Millionenstädte. Aber wie immer, finden wir eine Lösung, denn unerfahren sind wir schon lange nicht mehr. Wir steuern das riesige „Unicentro“ an. Als wir ankommen, sehen wir schon von weitem die hohen Zäune  und die Wachtürme auf dem Parkgelände. Bewacht wie ein „Hochsicherheitstrakt“, gerade richtig für uns in dieser Stadt, denken wir, doch ob wir da Übernacht stehen können? Der Mann vom Sicherheitsdienst an der Pforte muss erst den Chef fragen denn er kann es nicht entscheiden – und es ist Samstagabend. Dann lässt er uns rein und wir sind erst mal froh. Am nächsten Morgen kommen Jimmy, Pollo und Felipe zum Malen. Sie haben eine zweistündige Busfahrt vom Stadtsüden hinter sich als sie pünktlich um acht Uhr morgens an unser Auto klopfen. Da vom Centermanagement niemand da war und niemand eine Entscheidung treffen konnte ob wir auf dem Gelände malen dürften entschlossen wir uns im Park vor dem Eingangstor unsere Leinwand aus zu rollen. Mit Begeisterung gingen die Jungs aus dem ärmeren Süden dann zur Sache. Am Nachmittag tauchte dann auch Jaime, der Bruder von Zarina, auf. Er ist Kunstprofessor, Kunstkritiker, Designer und Maler. Größer konnte der Kontrast nicht sein. Wir freuten uns, dass wir es mit unserem Projekt wieder geschafft hatten Menschen durch Malen zu verbinden. Jaime hat uns dann noch mit zu sich nach Hause genommen und uns auf ein Glas Wein eingeladen und uns dabei seine wissenschaftlichen Arbeiten gezeigt. Am Montag früh hatten wir dann unseren Auftritt beim Centermanager der über unsere Anwesenheit auf dem Gelände überhaut nicht begeistert war und er gab uns noch eine Nacht „Gnadenfrist“. Mehr wollten wir eh nicht.  Wir starteten gleich zum Flughafen, denn da waren neue Leinwände für uns angekommen. Olaf, unser Freund, hat als ehemaliger Lufthansa Kapitän seine Kontakte ausgenützt und uns die Rollen günstig zuschicken lassen. Dabei hat er noch eine kleine Dieselpumpe zwischen den Rollen versteckt und diese nicht deklariert. Als wir dann die Leinwände abholten, wollte die Beamtin vom Zoll die Rollen unbedingt sehen. Da musste ich langsam „beichten“. Ich erklärte der Dame, dass noch eine kleine Dieselpumpe in dem Packet sein könnte, auf die ich dringend warte, wüsste aber nicht sicher, ob dies geklappt habe. Außerdem sei diese auch nicht deklariert. Die Zollbeamtin meinte dann nur, wenn die Pumpe mit dabei ist, hätte ich ein Problem. Wir marschierten zu Lufthansa Cargo und das Packet wurde vorgefahren. Schnell riss ich das unversehrte Ende des Paketes auf und machte meinen Unmut breit, dass die Pumpe nicht mit dabei ist. Ich wirkte so überzeugend, dass die Bedienstete nicht weiter forschte. Sie sagte nur zu mir:“ Jetzt haben sie aber Glück gehabt, dass die Pumpe nicht dabei ist“. Schnell verließen wir das Gelände Richtung Zentrum, denn die Jungs wollten uns noch „ihre“ Stadt zeigen. Das Goldmuseum hat uns dabei besonders gut gefallen.  Mit einem typischen Gericht verabschiedeten wir uns dann von den Jungs und verließen früh morgens Bogota wieder in Richtung Villa de Leyva.

 

Die Salzkathedrale

Wir machten dabei noch Halt in Zipaquirá um die Catetral de Sal zu besichtigen. Diese Kathedrale, die in einem Salzbergwerk errichtet wurde, hat uns sehr beeindruckt. Wir waren früh morgens da und die ersten Besucher des Tages. Da störte kein Laut die Chorgesänge, die auch in alle großen Seitengänge drangen. Fast ehrfürchtig stiegen wir immer tiefer hinunter in den ausgebeuteten Salzstock, bis wir das Hauptschiff der Kathedrale erreichten. Während eines Ave Maria – Liedes und grandiosen Lichteffekten standen wir dann vor dem gigantischen Kreuz, dass aus dem Salzstock gemeißelt wurde. Hier verharrten wir einige Zeit, bis dann das Geschrei einiger Schulklassen durch die Bergwerksstollen halte. Mit diesen tollen Eindrücken trafen wir abends in Villa de Leyva ein.

Zurück im “geliebten” Villa de Leyva

Noch am selben Abend trafen wir uns mit dem bekannten kolumbianischen Maler Fred Andrade und seiner Frau Clara. Sie luden uns zu sich nach Hause ein. Fred und Clara wohnen und arbeiten etwas außerhalb in seinem herrlich über dem Ort gelegenen Anwesen. Hier blieben wir dann eine Woche. Balu parkte vor dem Haus und wir bezogenen eine tolle „Ferienwohnung“. In den folgenden Tagen überschlugen sich dann die Ereignisse. Fred begann sofort bei sich zuhause im Atelier zu malen. Am nächsten morgen besuchten wir Fernando Botero, der uns auch zugesagt hatte an unserem Projekt mit zu wirken. Auch er legte sich sogleich ins Zeug und beendete eine Rolle. Als die Kollegen von Fernando ihn malen sahen, wollen auch sie mit dabei sein. Rafael Cardenas und Otoniel Velez malten dann auf einer dritten Leinwand im Atelier von Rafael. Wir waren diese Tage nur am koordinieren,. Wir freuten uns aber über soviel Zuspruch. Da hatte ich gerade noch Zeit, einmal für unsere Gastgeber ein Gulasch, eine meiner Spezialitäten, zu zubereiten. Als dann am 20.10. alle Künstler ihre Werke vollendet hatten planten wir alle Werke Mittel- und Südamerikas an der Plaza ausrollen. Da diese für Autos gesperrt ist brauchten wir eine Genehmigung. Auch da half uns Zarina wieder auf dem „kleinen Dienstweg“. Da der Polizeichef regelmäßig im Restaurant ihres Mannes verkehrt wurde dieser kurzerhand angerufen und die Sache war erledigt. Auch wurden noch andere Künstler „organisiert“, die uns halfen, die ca. 35m lange Rolle aufzustellen. Fernando Botero stellte sich spontan im Zentrum des Platzes auf einen Hocker und begann mit der Moderation. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich der Platz mit Menschen, die unsere Werke bewunderten und fotografierten. Dies war der Höhepunkt für uns in Villa de Leyva. Auch wenn es noch so schön und die Menschen einfach wunderbar zu uns waren, mussten wir weiter ziehen.

Guatape und der Monolith

Unser nächstes Ziel war Guatape, wo wir zum „El Monolitho“  wollten. Eine herrliche und fruchtbare Gegend, die uns ein wenig an die Toskana erinnerte. Hügel mit Äckern und Feldern, die in die Landschaft regelrecht Muster zeichnen. Als wir dort ankamen, standen auch Lothar und Martina auf dem etwas außerhalb des Ortes gelegenen Platz. Wir hatten Blick auf den Monolithen und auf den Stausee. Wir waren keine zwei Stunden angekommen als uns auch schon das kolumbianische Regionalfernsehen besuchte und Aufnahmen für die „Abendschau“ drehen wollte. Auch hier trafen wir wieder auf viel Herzlichkeit und schlossen schnell neue Freundschaften. Den Monolithen haben wir natürlich zu Fuß bestiegen, obwohl es Alternativen gab.  Nach knapp 700 Stufen erreicht man die Spitze, von der aus man einen gigantischen Rund-um-Blick genießen kann. Eine Nacht standen wir direkt am Fuß des Monolithen. Auch hier bot sich von unserem Küchenfenster aus eine tolle Aussicht auf den See.

 

 

Medellin – ohne Kartell, dafür viel Botero

Am 27. Oktober erreichten wir dann die berühmte und berüchtigte Großstadt Medellin. In den 70.-er Jahren regierte hier das gefürchtete Medellinkartell. Eine pulsierende Metropole ist es heute, anders als Bogota. Am späten Vormittag erreichten wir das Makro-Einkaufszentrum wo wir Besorgungen machten und den Manager fragten ob wir hier eine Nacht stehen könnten. Er willigte sofort ein und wir freuten uns. Wir begaben uns sofort in die Innenstadt und besuchten das berühmte Museum von Fernando Botero, der in der Stadt allgegenwärtig ist. Mit der Metro erreichten wir nach einer halben Stunde Fahrt dann San Domingo, einen Vorort. Hier startet die „Cable Carril“. Die Seilbahn führt einen kilometerweit die Hänge hinauf zum Naturpark „Santa Elena“ wo zugleich auch Endstation ist. Man ist innerhalb kürzester Zeit in einer anderen Welt mitten in der Natur. Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man mit der Bahn über die „Armenviertel“ schwebt. Man sitzt bequem in der Kabine und kann den Menschen wenige Meter unter dir in die Wohnzimmer schauen oder das rege Treiben in den Straßen beobachten. Auch bietet sich immer wieder die Möglichkeit in den Vierteln auszusteigen. Teilweise ging es da chaotisch zu aber es war eine äußerst interessante Erfahrung. Man kann sich laut Aussagen der Tourismusbüros hier relativ sicher bewegen und jederzeit aussteigen. Wir hatten zu keiner Zeit Angst uns dort aufzuhalten und die hohe Polizeidichte vermittelte zumindest den Anschein von Sicherheit, was nicht gleich ebensolche bedeutet. Eine böse Überraschung erfuhren wir, als wir spät abends zum Auto zurückkehrten. Die „Security“ kam auf uns zu und vermittelte uns, dass eine Übernachtung am Gelände doch nicht möglich sei. Sie entschuldigten sich mehrfach, mit allen möglichen Ausreden. Wie auch immer, solche Situationen kannten wir schon. In der Nacht in einer Megastadt einen Stellplatz suchen wenn auch noch das GPS „spinnt“. So kurvten wir über zwei Stunden durch die Stadt und fragten überall, sogar an einem Puff, dass wir als solches nicht wahrnahmen.  Die „Lady“ am Tor meinte nur wir könnten da wohl nicht stehenbleiben. Wir fragten Taxifahrer, LKW-Fahrer und alle möglichen und unmöglichen Personen, bis uns schließlich jemand ein Hotel empfahl, das wir dann überglücklich ansteuerten. Es war zwar nicht die billigste aber die sicherste und bis dahin auch einzige Option. Am nächsten morgen wollten wir dann auch gleich wieder raus aus dem Moloch zu einer Kaffee Finca in Salento. Die Straße führte uns durch das Hochland von Kolumbien durch wunderschöne Landschaften. Viel Grün und immer vorbei an  riesigen Schluchten und Tälern, die im Wechselspiel von Licht und Wolken phantastische Szenerien boten.

Die Pannenserie beginnt

Unsere Freude wurde jedoch jäh unterbrochen, als plötzlich eine Warnlampe  im Auto aufleuchtete. Unser Getriebeöl war zu heiß. Mit der Vorahnung, dass dies nichts Gutes bedeutet, steuerten wir sofort die nächstgelegene Dorfwerkstatt an. Der „Chefe“ meinte nur, wir sollten etwas abkühlen lassen und könnten dann unsere Fahrt ungehindert fortfahren. Wir folgten seinem Rat und es funktionierte die nächsten 50 km, bis die Lampe wieder die Störung anzeigte und „Balu“ bergauf keine Leistung mehr brachte. Mir war es dann nicht mehr Geheuer und beschloss keinen Meter mehr weiter zu fahren Wir riefen den Notdienst, der hier überraschend gut organisiert ist. Wenn man nämlich eine Mautstation passiert hat und stehen bleibt, kommt ein Mechaniker oder ein Abschleppwagen und bringt einen kostenlos zur nächstgelegenen Werkstatt. Der Servicewagen war auch schnell zu Stelle, doch er konnte nicht weiter helfen – er hatte nur eine Ausbildung als „Mechanico basico“. Diese entspricht in etwa dem  „Level“ das ich mir inzwischen angeeignet habe. Der „Pseudospezialist“ vom nächsten Ort musste erst geholt werden da er kein Fahrzeug besaß. Er wurde mit dem Motorrad gebracht und ging dann sofort zu Werke. Bis dahin funktionierte meiner Meinung nach unser Automatikgetriebe noch weitgehend und wäre einfach zu reparieren gewesen. Dieser aber gab dem Getriebe mittels idiotischer Maßnahmen den Rest, wie sich hinterher raus stellte. Letztendlich mussten wir doch die „Grua“ (Abschleppwagen) in Anspruch nehmen, die uns nach Pereira ins „Loch“ brachte. Dies war eines unserer Erlebnisse, die uns mit am meisten beeindruckt haben. Ein Erlebnis voller Menschlichkeit, dem ich ein eigenes Kapitel gewidmet habe. Am 3. November konnten wir zufrieden das „Loch“ verlassen und erreichten schließlich die Kaffee Finca in Salento. Schön gelegen, etwas außerhalb der Stadt, umgeben mit viel Grün und wieder grandiose Fernsicht. Neben Scott und Heather unseren amerikanischen Travel – Freunden, die ebenfalls hier strandeten, waren außergewöhnlich viele US-Amerikaner im Hostal. Die meisten von ihnen benahmen sich auffallend komisch, man kann sagen schon fast verhaltensgestört. Wie wir dann nach und nach in Erfahrung brachten, nahmen diese „Gestalten“ die „Dienste“ der umliegenden Schamanen in Anspruch und sie standen mehr oder weniger unter Drogen. Sie redeten kaum, starrten Löcher in die Luft oder saßen oft stundenlang regungslos auf einer Bank. Am Mittagstisch tauschten sie dann ihre Erfahrungen aus so weit wir das mitbekommen haben. Der von Marihuanarauch geschwängerte Ort Salento ist attraktiv und es wurden verschiedene Ausflüge und Aktivitäten angeboten – auch außerhalb der Schamanenszene. Drei Tage hielt es uns hier und wir konnten dabei wieder Energie tanken. Dann brachen wir wieder auf und wollten bis Popayan kommen. Auf halber Strecke jedoch zuckte ich wieder zusammen, als eine andere Warnleuchte blinkte. Diesmal wollte ich kein Risiko eingehen und schnurstracks ging es zu Toyota in Tula. Bis der Fehler gefunden war, war es abends und wir standen die Nacht über vor der Werkstatt, da die Einfahrt für „Balu“ zu niedrig war. Gott sei Dank stellte sich heraus, dass die Störung aufgrund des verschmutzten Diesels entstand. Es mussten lediglich Teile gereinigt werden. Wir waren heilfroh, als wir dann am Vormittag weiter fahren konnten. Wir erreichten über das landschaftlich herrliche Hochland  die schöne Stadt Popayan. Hier durften wir bei den “Bomberos” (Feuerwehr) in Zentrumsnähe  über Nacht stehen bleiben. Den nächsten Vormittag nutzten wir zur Besichtigung der attraktiven Stadt, bevor unser Weg uns weiter an satt grünen Schluchten und Tälern vorbei Richtung Pasto führte. Doch da ereilte uns plötzlich der nächste Schock als wir noch keine 200 km weiter gefahren waren. Wir standen gerade wartend an einer Baustelle. Als es weiter gehen sollte, bemerkte ich, dass „Balu“ keine Leistung mehr bringt. Was war schon wieder! Wir waren fast am Verzweifeln. Ich wollte keine Experimente von irgendwelchen Mechanikern mehr zulassen und wir riefen die „Grua“. Huckepack brachte uns diese ins noch ca.80 km entfernte Pasto. Dort gab es eine Toyotawerkstatt. Aus vertraglichen Gründen dürfen diese Abschleppdienste nicht in den Stadtbereich fahren, so dass wir vor den Toren der Stadt abgeladen wurden. Der Fahrer meinte nur, es ginge die nächsten 7 km bis zu Toyota immer nur bergab. Es war dann auch fast so und wir schleppten uns durch die Stadt bis zur Werkstatt. Wie bisher in jeder Werkstatt, so auch hier, wurden wir zuerst mit sämtlichen Personal des Büros, des Verkaufs und den Mechanikern fotografiert und vor allen wurde „Balu“ besichtigt. Das kannten wir schon seit Kanada. Sie „checkten“ Balu auf Herz und Nieren, konnten aber keinen Fehler finden. Sie wollten dann tags darauf alles Mögliche austauschen. Es war schon wieder spät und sie machten Feierabend. Stehen bleiben durften allerdings auf dem Gelände nicht. So quälten wir uns durch die Stadt, kreuz und quer, bis wir schließlich eine hilfsbereite und engagierte Taxifahrerin trafen, die einen Tankstellenbesitzer überzeugen konnte, der uns dann über Nacht in einer beleuchteten Ecke stehen ließ. Der Platz direkt neben der Hauptstraße war zwar laut aber sicher.

Unerwartete Hilfe

Am nächsten Morgen, an meinem Geburtstag, klopfte jemand an die Tür unserer Kabine. Noch etwas verschlafen schaute ich raus und öffnete. Vor der Tür standen zwei junge Männer mit zwei Beuteln in der Hand. Sie meinten nur, es sei ein Geschenk und eine Spezialität von Pasto. Hühnchen mit Pommes zum Frühstück! Es waren zwei junge Anwälte, die noch etwas übernächtigt und angetrunken waren, trotzdem höflich und nett. Sie zeigten uns gleich ihre Ausweise und dass sie für den Staat arbeiten. Sie rieten uns dann, doch noch eine andere Werkstatt zu konsultieren, als wir ihnen unsere Geschichte erzählten. Mit ihrem Wagen fuhren sie uns voraus und einige Straßenzüge weiter erreichten wir eine kleine Werkstatt. Der „Chefe“ prüfte „Balu“ und meinte, er könne nichts machen, wisse aber auch nicht genau, wo der Fehler liege. Daraufhin rieten uns die Jungs, weiter nach Ecuador zu fahren, denn da sei alles viel günstiger und wir sollten doch wieder die „Grua“ in Anspruch nehmen, es würde funktionieren. Wir müssten es lediglich bis zur nächsten Mautstation schaffen. Diese lag etwa 8 km außerhalb der Stadt. Die Straße dorthin führe zwar den Berg hoch – aber relativ sanft, meinten sie. Mit diesem Gedanken konnten wir uns anfreunden und starteten sogleich. Langsam, sehr langsam und Meter um Meter, zeitweise fast stehend, krochen wir den Berg hoch, bis wir die Mautstation erreichten. Von hier ab ging es bergab und wie geplant konnten wir etliche km hinter uns lassen, bevor die nächste Steigung uns stoppte. Die Dame vom „Call Center“ kannte uns sofort als wir anriefen. Wir konnten ihr aber glaubhaft vermitteln, dass unser Problem nach einem Werkstattbesuch erneut aufgetreten ist. Sie schickte uns zunächst einen Mechaniker, der dann bald einsah, dass er nicht weiter helfen konnte und ein Abschleppwagen kam. Erneut fuhren wir ca. 50 km huckepack. Nun fehlten noch ca. 30 km zu Grenze nach Ecuador und wir fragten den Fahrer, ob er uns nicht weiter bis zur Grenze bringen könnte. Ein kurzer Anruf bei seinem Chef und er bekam ein „ok“. Wir hatten den Eindruck, dass sie uns nun wirklich weiter haben wollten. Er brachte uns bis kurz vor die Grenze. Er meinte nur, dass es ab jetzt nur wieder abwärts ginge. Und tatsächlich erreichten wir den Grenzübergang zu Ecuador.

Illegal in Kolumbien

Hier erwartete uns die nächste Überraschung. Hier erfuhren wir, dass wir uns seit Wochen illegal im Land aufhielten. Wir waren aus Venezuela ausgereist, wobei uns niemand kontrollierte und wir ohne Ausreise- bzw. Einreisestempel plötzlich wieder in Kolumbien waren. Dies war am Grenzübergang von Chucuta. Ein chaotischer Grenzübergang mit chaotischem Verkehr. Die Grenzbeamten winkten alle Fahrzeuge nur durch, auch uns. Als wir später Polizisten und Zollbeamte am Flughafen von Bogota fragten meinten diese nur es sei kein Problem. Dies sah jetzt der Grenzbeamte am Übergang nach Ecuador ganz anders. Er wollte  pro Person 300,–US$ und für das Fahrzeug 350,–US$ Strafgeld. Außerdem müssten wir über das Wochenende warten, bis das Büro am Dienstag wieder geöffnet ist, da auch der Montag Feiertag war. Eine Stunde lang diskutierten wir mit dem Beamten, bis ich sagte: „danke Kolumbien für dieses tolle Geburtstagsgeschenk.“ Daraufhin gratulierte er mir und meinte, es gäbe noch eine andere Lösung. Er gab uns einen neuen Einreisestempel. Wir sollten noch zwei Stunden warten und dann könnten wir ausreisen. Er gab uns noch den Rat, dass wir nicht mehr nach Venezuela einreisen sollten und uns auch einen neuen Pass besorgen sollten, wenn wir wieder nach Kolumbien einreisen wollten. Bereits nach einer halben Stunde holten wir uns den Ausreisestempel und verließen Kolumbien. In der nahegelegenen Grenzstadt Tulac, gönnten wir uns dann nach der ganzen Aufregung ein Hotelzimmer.

Ecuador – ganz anders als erwartet

Die Straßen in Ecuador waren überraschend gut und breit. Man sagte uns auch, dass es wenig Steigungen  auf der Strecke nach Ibarra gibt und dort sollten wir dann auch Hilfe finden. Wir beschlossen daraufhin mit unserem „Schaden“ noch bis ins 130 km entfernte Ibarra zu fahren. „Balu“ lief gut bis dahin, nur an Steigungen krabbelten wir mit 10 km/h hoch. Gleich am Ortsanfang entdeckten wir das erste Hinweisschild seit den USA, das uns auf einen Campingplatz hinwies. Da es schon wieder spät war, nahmen wir diese Einladung gerne an und wir landeten bei deutschen Auswanderern Hans und … Auf deren Campingplatz „ Finca Sommerwind“ blieben wir dann bis 19. November. Ein idealer Platz, denn man findet hier alles vor was man braucht. Gleich nach unserer Ankunft begaben wir uns tags darauf in die Stadt auf die Suche nach einer geeigneten Werkstatt. Die ersten beiden wiesen uns zwar ab, schickten uns aber an die richtige Adresse. Ein Boschdienst am Stadtrand war dann unsere Rettung. Der Besitzer kam mit seinem Scanner und machte eine Probefahrt mit mir. Danach öffnete er die Motorhaube und zeigte mir einen kleinen Schlauch von ca. 8cm Länge, der zum Turbolader führte. Dann erklärte er mir, dass dieser geplatzt sei und die Ursache für unser Problem war. Nach 5 Min. war alles erledigt. Kleine Ursache – große Wirkung! Hans machte uns dann auch noch mit den Malern  Olmedo Moncayo und Nicolas Herrera bekannt. Große Künstler, die über die weit über die Grenzen Ecuadors hinaus bekannt sind  Sie malten beide für unser Projekt. Außerdem organisierte Hans einen Ausflug nach San Lorenzo.

 

 

 

Ausflug  in die Mangrovenwälder

Zusammen mit den Schweizer Radtouristen Katja und Christian und Hans brachte uns ein Boot zu den Mangrovenwäldern „Reserva Ecologics de Manglares Cayapas Mantaye“ nahe der kolumbianischen Grenze. Von Borbon aus starteten wir mit einem kleinen Boot in die Mangrovenwälder, zu der Insel Playa de Oro, besuchten das kleine Museum im Ort und die Bezirkshauptstadt Limones. Die überwiegend negride Bevölkerung hier sind Nachfahren der Sklaven, die von Jesuiten hierhergebracht wurden. Diese Orte sind keine klassischen Touristenziele. Das Auswärtige Amt rät von Besuchen in dieser Gegend dringend ab. Hans jedoch kennt die Gegend und viele Einwohner hier, so dass nie das Gefühl von Unsicherheit aufkam. Mehrmals legte unser Boot am Flussufer an. Wir sahen den Leuten zu, wie sie Zuckerrohrsaft kochten und die abkühlende Masse in Formen gossen und mit Nüssen vermengten. Eine lecker schmeckende Süßigkeit. Auch an einer Köhlerei machten wir halt, wo Holzkohle produziert wurde. Zum Abschluss steuerte unser Bootsmann noch eine Palmenplantage an, die seinem Vater gehörte und jeder bekam frischen Kokosmilchsaft. Von der einfachen Lebensweise der Menschen hier waren wir beeindruckt. Sie schienen aber nicht unglücklich darüber zu sein. Auf der Rückfahrt lernten wir auch noch den Unterschied zwischen Balsa- und Teakbaum kennen. Beide sehen sich sehr ähnlich, nur die Blätter weisen einen offensichtlichen Unterschied auf. Der Ausflug mit Hans war für uns sehr aufschlussreich. Nach einer guten Woche verließen wir Ibarra  zufrieden wieder. Wir hatten alles erledigt, was wir uns vorgenommen hatten. Das Auto war repariert, wir konnten waschen, einkaufen, Ausflüge machen und dazu noch zwei tolle Werke für unser Projekt mitnehmen.  Außerdem bekamen wir weitere Adressen und Tipps für unsere Weiterreise.

Quito – die Hauptstadt Ecuadors

Quito, die Hauptstadt stand als nächstes am Plan. Auf den Weg dorthin überquerten wir nach 74.000 km bei Cayambe den Äquator. Hier am „Mitad de Mundo“ machten wir kurz halt für ein „Fotoshooting“. Danach ging es bis Quito weiter. Die in den Foren angepriesenen Stellplätze sagten uns nicht zu. Schon nach kurzer Suche machten wir einen geeigneten Platz ausfindig. Am Parkplatz der Polizei zentral in der Stadt gelegen. Hier konnten wir stehen bleiben, bestens bewacht und zu einem günstigen Preis. Früh brachen wir am nächsten Morgen wieder auf zur „Teleferico“ (Seilbahn). Wir wollten Quito von oben sehen, hatten aber etwas Pech mit dem Wetter. Oben auf über 4000 m war es nebelig und wir hatten wenig Sicht. In der Ausstellungshalle am Fuße der Seilbahn fand gerade ein Workshop statt an dem viele namhafte Künstler aus verschiedenen Ländern teilnahmen. Hier trafen wir Bekannte aus Ibarra, die uns mit allen  anwesenden Künstlern bekannt machten. Sogleich erhielten wir eine Einladung ins Atelier des wohl bekanntesten Malers Ecuadors  - Nelson Ramon. Selbstverständlich folgten wir dieser und waren begeistert von seinen Werken, die sogar im Fürstenhaus von Monaco gefallen gefunden haben.  Zum Abschied signierte Roman ein Buch von sich und gab es uns als Geschenk mit. Den restlichen Tag besichtigten wir die Altstadt von Quito und suchten nochmals eine Erhöhung innerhalb der Stadt auf, von der man einen exzellenten Ausblick hatte. Als wir die Treppenstufen hinab in die Altstadt benutzen wollten, riet uns die Touristenpolizei davon ab. Es sei zu gefährlich und sie boten uns an, uns mit dem Polizeiauto runter zu fahren. Mit Blaulicht wurden wir ins Zentrum zurückgebracht. An unserem letzten Tag in Quito trafen wir uns noch mit einem weiteren Maler zum Frühstück. Auch Rafael Diaz Recalde wollte uns unbedingt sein Atelier und seine Werke zeigen. Außerdem signierte auch er ein Buch von sich und schenkte es uns. Das Motiv seiner Einladung blieb für uns jedoch rätselhaft. Wahrscheinlich hatte er Erwartungen in uns, die wir aber nicht erfüllen konnten. Für uns war es insofern interessant, da dieses Atelier ganz im Kontrast zu dem von Roman Nelson stand. Es waren zwei angemietete Zimmer mit wenig Licht, die er auch bewohnte. Die meisten seiner Werke waren noch verpackt. Er erzählte uns, dass er erst kürzlich aus Europa zurückgekommen ist, wo er lange Zeit in Frankreich und Spanien lebte und arbeitete. Nach diesem etwas mysteriösen Besuch begaben wir uns wieder „On the Road“.

Von Vulkanen und Kratern

Wir hatten als Tagesziel den „Cotopaxi“ im Visier. Dank der guten Infrastruktur in Ecuador erreichten wir rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit die am Fuß des Vulkans gelegene Lagune Limpiopungo. Dort trafen wir wieder unsere amerikanischen Freunde Heather und Scott, die tags zuvor hier ankamen. Die Nacht verbrachten wir hier an der Lagune. Hier konnte man schön wandern und Vögel beobachten. Außerdem mussten wir uns an die Höhe gewöhnen, denn wir wollten auch noch hoch zum Refugio José Rivas und dies liegt schon in einer Höhe von 4800 m. Eine staubige und holprige Strasse schlängelte sich hoch zum Parkplatz in ca. 4600 m. Auch „Balu“ hatte seine Mühe mit der Höhe und ihm wäre auch fast zu heiß geworden, doch mit etwas Schwung in den Kurven erreichten wir sicher unser Ziel. Wir packten unsere Rücksäcke und quälten uns den schmalen Fußweg hoch. Immer wieder mussten wir pausieren und wir schnappten förmlich nach etwas Luft. Am Refugio angekommen trafen wir andere Wanderer aus Brasilien,Venezuela, und den USA die sich ebenfalls hier hoch schleppten. Wir hielten uns nicht lange auf, denn die Sicht war nicht besonders gut. Nach einer Stunde erreichten wir unser Fahrzeug wieder und fuhren weiter zum Hostal Tombopaxi. Hier standen wir die Nacht. Am nächsten Morgen bot sich ein toller Blick auf den Cotopaxi. Die Wolken rissen auf und wir konnten den Vulkan mit seiner schneebedeckten Spitze in voller Pracht erleben. Hier trafen wir auch auf eine Gruppe Münchner Bergsteiger, die den Riesen bis zum Gipfel besteigen wollten. Wie wir später erfuhren, hatten sie auch Glück mit dem Wetter als sie später am Gipfel standen. Wir zogen weiter zur Laguna Quilotoa auf ca. 3900 m Höhe. Hier fanden wir mitten im gleichnamigen kleinen Ort Quilotoa einen wunderbaren Stellplatz. Der Ort liegt direkt am Rande des riesigen Kraters. Von hier aus kann man am Kraterrand entlang rund um diesen wandern oder auch hinab zum ca.250 m tiefen Kratersee laufen. Dabei hat man immer einen tollen Blick auf die Lagune im Kraterkegel. Wir entschlossen uns hinunter zur Lagune zu laufen. Ein staubiger Weg mit vielen Treppenstufen führt hinunter zum ca. 200 m tiefer gelegenen Kratersee. Hier mieteten wir uns ein Kajak und fuhren mit diesem auf der Lagune herum. Immer wieder kamen wir an Stellen, wo Blasen und heiße Quellen aufstiegen, die uns zeigten, dass dieser Vulkan  momentan nur ruht. Im Inneren brodelt es und irgendwann kann es auch wieder zum Ausbruch kommen. Der letzte Ausbruch liegt allerdings schon einige Zeit zurück, wie uns ein Bewohner des Ortes erzählte und wir bräuchten auch keine Befürchtungen haben, das ein Ausbruch bevor steht. Welche Kräfte müssen da Wirken, die ein so riesiges Loch von ca. 3 Kilometern bilden. Dies wird einem erst bewusst, wenn man auf dem See umher fährt. Mit Mulis kann man sich dann wieder hinauf zum Ort bringen lassen. Die Führer laufen dabei nebenher und treiben sie immer wieder an, da es ziemlich steil bergauf geht. 3 – 4 Mal täglich machen sie den beschwerlichen Weg hinauf und oft sind es Kinder, die Touristen auf den Mulis sitzend hoch zum Kraterrand bringen. Wir bevorzugten es, selbst etwas für unsere Fitness zu tun und liefen selbst hoch. Fast zwei Stunden ging es steil bergauf. Es war in der Hitze ziemlich anstrengend. Die Wanderung um den Krater dauert zwar etwa 4 Stunden, ist aber angeblich nicht so schweißtreibend, wie die vom Kratersee hoch wie man uns erzählte. Es reichte uns „unten“ gewesen zu sein. Außerdem hatten wir vor, am nächsten Tag auf über 5000 m den Chimborazo hoch zu steigen. Gleich früh morgens steuerten wir den 5895m?? hohen Vulkan an. Der Gipfel dieses Vulkans ist übrigens der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt der Erde. Weiter entfernt als die Spitze des Mount Everest. Dorthin kann man hochfahren zu einem Parkplatz, der auf 4800 m Höhe liegt. Der Zugang erfolgt über die Einfahrt zum Naturschutzgebiet. Dort muss man sich auch registrieren. Wir waren inzwischen an die Höhe gewöhnt und der Aufstieg fiel uns nicht so schwer wie erwartet. Die Adrenalinausschüttung ist so hoch, dass wir die Beschwerden nicht spürten. Es war fast berauschend. Wir liefen sogar noch weiter, am verlassenen Refugio Whymper in 5.030 m Höhe vorbei, auf über 5200 m. Wir hatten etwas Sicht auf den Gipfel und genossen diese Stille. Nur das entfernte Poltern immer wieder abgehender Geröll- und Steinlawinen durchbrach diese, was uns schließlich auch zur Umkehr veranlasste. Zunächst hatten wir geplant bei der Einfahrt zum Nationalpark mit Blick auf den Chimborazo zu übernachten. Hier kann man stehen bleiben und  auch die sanitären Einrichtungen nutzen. Da wir aber frühzeitig dran waren und es hier auf 4600 m sehr kalt werden konnte und wir außerdem der Gefahr der Höhenkrankheit ausgesetzt waren, beschlossen wir in den tiefer gelegenen Ort Baños zu fahren. Mitten im Ort an einer großen Plaza fanden wir einen schönen  ruhigen Platz. Die Polizei in unmittelbarer Nähe und Internet „for free“. Direkt am Fuß des Vulkans liegt das Thermalbad „Las Salinas“ mit mehreren heißen  Becken. Es tat gut nach den Wanderungen in der heißen Brühe zu sitzen. Das Wasser in den Becken ist nämlich etwas braun gefärbt von den Mineralien. Trotzdem genossen wir es. Es war jetzt schon der 27. November als wir in Richtung Porto Misuahalli aufbrachen.

Im Amazonasbecken von Ecuador

Wir wollten auch ein wenig Dschungel von Ecuador sehen. Wir fanden einen schönen Stellplatz im „Centro Aquatico Sinchi“ das von einer Frauenkooperative betrieben wird. Die Kinder der Kooperative führten uns sogleich in den Dschungel und zeigten uns die Pflanzen und Tiere, nahmen uns in die Hand und führten uns in die Häuser des kleinen Dorfes „San Pedro“, wo sie wohnten. Sie badeten dann im Fluss und als sie durstig waren tranken sie das Wasser aus den Pfützen. Wir waren davon etwas geschockt und als wir sie darauf ansprachen, schauten sie uns nur fragend an. Sie meinten, es schmecke sehr gut und das machen alle hier so. Es war heiß hier in San Pedro und die Umstellung machte uns zu schaffen, deshalb blieben wir hier nur eine Nacht. Das wohl schönste Thermalbad fanden wir dann in Papallacta. Hier kann man am Parkplatz direkt neben dem Bad stehen. Da die Becken bis nachts um 23.00 Uhr geöffnet sind, konnten wir im heißen Thermalwasser liegend die Sterne beobachten und uns im kalten Bach, der durch die Anlage führt wieder abkühlen. Dies war der richtige Platz um sich zu entspannen, denn am nächsten Tag stand uns eine lange Fahrt bevor.

 

Wieder am Pazifik

Quer durch Ecuador von Ost nach West führte unser Weg nach Manta, der am Pazifik gelegenen „Thunfischstadt“. Hier dreht sich alles um den Thunfisch, die gesamte Region ist davon abhängig. Schon lange bevor man die Stadt erreicht, stinkt es nach Fisch, der hier überall verarbeitet wird. Hier bleiben wir nur zum Übernachten und fuhren gleich am nächsten Tag Richtung Salango.  Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch schnell die kleine Ortschaft “Pile”. Von hier kommt der bekannte Panamahut, den die Leute hier in ihren Häusern herstellen. Auch ein kleines Hutmuseum kann man besichtigen, die einzige Attraktion des etwas verschlafenen Dörfchens. Wenig später erreichten wir auf der “Ruta del Spondylus” den langen  und sehr sauberen Strand „Los Frailes“, der in einem schönen Naturschutzgebiet liegt. Früher hieß die Strasse übrigens “Ru ta del Sol” . Da aber die Sonne hier nicht so häufig scheint, wie der Name versprach, änderte man ihn schließlich kurzerhand ab. Natürlich durchstöberten wir diesen Park, bevor wir in Salango den auf einem Hügel liegenden Campingplatz mit toller Aussicht auf die vor gelagerte, gleichnamige Insel und den Ort ansteuerten. Mit dieser Aussicht konnten wir zufrieden sein und wir beschlossen, einige Tage hier stehen zu bleiben. Von hier waren es ca. 40 km zur Pazifikinsel „Isla de la Plata“, das man auch als „Galapagos für Arme“ bezeichnet. Wir nutzten diese Gelegenheit für einen Tagesausflug zur Insel. Mit einem Boot, das ca. eine Stunde benötigte, erreichten wir nach einer holprigen Fahrt die geschützte Insel. Ein „Guide“ führte uns über die Insel und zeigte uns die Tier- und Pflanzenwelt. Es brüteten gerade die Blaufuß Tölpel und viele der Jungen waren schon geschlüpft. Weiter sahen wir noch Rotfuß Tölpel, Fregattvögel und noch andere Arten. Am Ende der Tour konnten wir in Inselnähe schnorcheln und die bunte Unterwasserwelt bewundern, wobei uns die Meeresschildkröten umkreisten. Ein Ausflug, der sein Geld wirklich Wert war. Für 30,–US$ inklusive eines kleinen Snacks und eines Getränks kann man diesen Tagesausflug von Salango aus buchen. Langsam trieb uns es weiter entlang der Pazifikküste. Wir machten eine Nacht halt am Strand von Olon, einem netten und ruhigen Fischerdorf und erreichten am anderen Tag Ayengue, das Olon im nichts nachstand. In einer kleinen Bucht gelegen, ruhig und verschlafen und so, als ob manchmal hier die Zeit stehen geblieben ist, so präsentierte sich Ayengue. Die Menschen hier waren aber sehr nett. Am Ende der Bucht etwas außerhalb war auf einer felsigen Halbinsel eine Hotelanlage gebaut. Die erschien uns als der richtige Platz zum Bleiben. Außer einer Gruppe von Militärs waren wir die einzigen Gäste. Wir nutzten allerdings nur den Parkplatz und die Sanitäranlagen, obwohl uns auch der Swimmingpool zur Verfügung stand. Lieber liefen wir aber zu dem herrlichen Strand „Playa Rosada“. Ein wirklich herrlicher Sandstrand, mit tausenden von roten Krebsen, die hier ihre Löcher gruben. Das Wasser war sauber und angenehm. Der Strand schimmerte wegen der vielen Krebse rötlich, vielleicht deshalb auch der Name „Playa Rosada. Wir konnten leider niemanden fragen, denn wir waren die einzigen am Strand. Hier verabschiedeten wir uns wieder vom Pazifik und erreichten auf hervorragend guten Straßen die größte Stadt Ecuadors – Guayaquil.

 

 

Pleiten,Pech und Pannen mit gutem Ausgang

Da wir ein Problem mit der kleinen Kardanwelle hatten, mussten wir hier in der Stadt übernachten. Wir fanden in der Nähe von Toyota eine Tankstelle, wo wir stehen bleiben durften. Der Bedienstete meinte nur, dass wir nicht zu nahe am Gebäude stehen sollten und wies mir einen neuen Platz zu. Beim Einweisen übersah er, dass wir mit unserem Dach an einer Ecke die nagelneue Verkleidung des Tankstellengebäudes streiften. Oh Schreck! Nun kam der Manager der Tankstelle und begutachtete den Schaden. Nach Rücksprache mit dem Architekten meinte er, es wird wohl 200,– US$ kosten. Das wäre dann unser teuerster Stellplatz unser bisherigen Tour gewesen. Als wir in seinem Büro saßen bemerkten wir, dass er kunstbegeistert war und wir fragten ihn, ob wir den diesen Schaden nicht mit einem Bild von Mariana begleichen könnten. Tatsächlich, suchte  er sich ein kleines Aquarell aus und freute sich auch darüber. Er meinte auch, er würde uns mal in Deutschland besuchen, wenn er in ein paar Jahren seinen Urlaub in Europa verbringen wird. Da dem Auto auch nichts passiert war, freuten wir uns am Ende über den Ausgang des Vorfalls. Am Nikolaustag waren wir dann kurz in der Toyota Werkstatt. Es ging alles schnell und wir konnten noch den Nationalpark Las Cajas anvisieren.

Die Höhenkrankheit

Bei der Laguna Toreadora auf über 4000 m fanden wir einen tollen Stellplatz. Was wir diesmal unbeachtet ließen, war die Höhendifferenz. Dies sollte ich in der Nacht zu spüren bekommen. Schlaflosigkeit, Kopfschmerz und Übelkeit bis zum Erbrechen plagten mich die ganze Nacht. An den Schönheiten der Natur konnte ich somit keinen Gefallen finden. Gleich morgens brachen wir ins 800 m tiefer gelegene Refugio an der Laguna Toreadora auf. Schon nach kurzer Zeit war die Welt für mich wieder in Ordnung. Hier konnte man schön um die Lagune wandern, angeln und Vögel beobachten. Unter anderem gab es da auch Tucane zu sehen. Als nächstes stand Cuenca auf unserem Programm. Wir mussten wieder für unser Projekt wieder etwas tun. In der meiner Meinung nach schönsten Stadt Ecuadors wollten wir den bekanntesten Keramiker des Landes treffen, der für unser Projekt malen wollte. Die erste Nacht in der Stadt verbrachten wir am „Parque Paraiso“. Hier konnten wir kostenlos stehen bleiben und er wurde uns auch als sicher beschrieben. Die nächsten drei Tage verbrachten wir dann bei den Cabañas Yancay, wo es uns dann doch besser gefiel. Wir besuchten diese Tage dann Eduardo und Kumi Segovia in ihrem Atelier, wo sie für uns malten und lernten über die beiden auch Boris Ordoñez kennen. Auch er ist passionierter Künstler und nahm sich die Zeit für uns und unser Projekt, obwohl er ein vielbeschäftigter Geschäftsmann, Pastor und Familienvater ist. In seiner Villa, hoch über den Dächern von Cuenca hat er sich auch ein tolles Atelier eingerichtet. Während er malte lauschten wir bei einer Tasse Kaffee seiner Frau bei ihren Gesangsproben. Sie ist nämlich eine bekannte Opernsängerin. Neben unseren wieder überaus angenehmen Erlebnissen bei Eduardo und bei Boris blieb uns auch noch ein wenig Zeit, die schöne Stadt zu besichtigen und ein Thermalbad aufzusuchen, die es hier in Fülle gibt.

 

 

Meerschwein zum Mittagessen

Auch habe ich hier in einem kleinen Vorort von Cuenca mein erstes „Guy“ verspeist. Meerschwein ist hier eine Delikatesse und ist relativ teuer. Am Sonntag jedoch steht es für viele Ecuadorianer auf dem Speiseplan. Es schmeckt wie Hase oder Spanferkel und wird mit Kartoffeln und Reis serviert. Dies würde ich jederzeit wieder essen, denn es hat mir sehr lecker geschmeckt. Nach unseren vielen, schönen Erlebnissen mussten wir Ecuador nun „Ade“ sagen und fuhren am 12. Dezember über die Grenze weiter nach Peru.

Peru hat mehr als nur Machu Pichu zu bieten

Es hätte ein schneller Übergang sein können. Wir versuchten vor der Grenze nochmals zu tanken, da die Preise für Diesel in Ecuador erheblich günstiger sind. Vergeblich, da die Tankstellen alle im Moment kein Diesel zur Verfügung hatten. Dabei überholten uns drei Reisebusse, die wir dann an der Grenze vor uns hatten. Somit dauerte es dann über zwei Stunden, bis wir unseren Stempel hatten. Als wir dann auch noch einmal ca. 10 km zurück nach Ecuador fahren mussten, um unser Auto abzumelden, war der Tag gelaufen. Ein super moderner Grenzübergang, mit kaum Frequenz und viel Platz. Die Behörden haben es aber noch nicht geschafft, Passkontrolle und Zoll in einem Gebäude unter zu bringen. Am frühen Abend erreichten wir dann  das Hostal mit Camping  „Los Grillos“ in Zorritos. Eine schöne Anlage, direkt am Pazifik. Hier hat sich ein Spanier einen Traum verwirklicht. Hier hat es uns wieder gefallen und wir blieben zwei Nächte. Wir machten gerade unseren Strandspaziergang, als die Fischer nach mehreren Tagen auf  „Hoher See“ mit ihrem Fang zurückkamen. Sie waren sichtlich zufrieden. Ihr Boot war voll von Tunfischen und Barracudas. Am Strand warteten schon die Käufer. Sie hatten auch nichts dagegen, als ich einen Barracuda mal in der Hand halten wollte.Unser nächstes Ziel war dann Lambayeque. Stundenlang führte uns die staubige Panamericana vorbei an hohen Sanddünen nach Süden. Wir kamen spät an und fragten die Polizisten, die das Museum bewachten, ob wir eine Nacht hier stehen könnten. Der „Jefe“ hatte nichts dagegen und wir waren wieder sicher aufgehoben. Als am nächsten Morgen das „Museo tumbas reales de Sipan“ öffnete waren wir gleich die ersten Besucher.  Wir besuchten den „El señor de Sipan“ und seine Schätze. Danach hatten wir auch noch Zeit die Ausgrabungsstätten in Huaca Rajada-Sipan zu besuchen, die etwa eineinhalb Stunden außerhalb lagen. Übernachtet haben wir anschließend in Huanchaco  im RV Gardens. Hier findet man noch die einzigartigen Binsenboote, mit denen die Fischer heute noch raus fahren. Hier probierte ich nach langen zögern auch erstmals „Ceviche“ –  eingelegter roher Fisch. Er ist mir „Gott sei Dank“ gut bekommen, obwohl ich da meine Bedenken hatte. Beim „Pisco Sour“ hielten sich meine Bedenken in Grenzen. Er war etwas süß, aber gut. Nur wenige Kilometer entfernt lag „Chan Chan“, die größte Lehmstadt der Antike, die von den Chimu Indios aufgebaut wurde. Es haben hier angeblich mehr Menschen als im antiken Rom gelebt. Lange Jahre nutzten Motocross Fahrer diese Anlagen als Rennstrecke, bevor man den Wert der alten Stadt erkannte. Man baute sogar eine Straße mitten durch, bevor Archäologen deren Dimension voll erfassten. Ein weiteres „Highlight“ war für uns die  „Huacas del Arco Iris bei Trujillo und die Stadt der Moche mit den Pyramiden  „Huacas del Sol y Huacas la Luna“. Der „Panamericana“ entlang ging es für uns dann am selben Tag noch weiter bis Chimote. Dies ist eine nach Fisch stinkende Stadt. Hier ist viel Fischindustrie angesiedelt, was man allerorts riechen konnte. Am Busbahnhof fanden wir eine günstige und sichere Übernachtungsmöglichkeit.

 

 

Canyon de Pato – Gegenverkehr unerwünscht!

Von hier aus brachen wir gleich früh morgens Richtung Cañon del Pato auf. Fünf Stunden benötigten wir bis Caraz, unserem nächsten Ziel. Der Cañon führte uns auf einer staubigen, einspurigen Straße hinauf in die Berge. Dabei hatten wir 46 Tunneldurchquerungen zu bewältigen. Oftmals sah es aber dann spektakulärer aus als es in Wirklichkeit war. Es gibt immer wieder Ausweichzonen. Die Landschaft fanden wir grandios. Problematisch wurde es immer nur dann, wenn man im Tunnel Gegenverkehr hatte. Vorfahrt hat dabei immer das größere Fahrzeug, was aber viele Einheimische nicht wissen oder wissen wollten. Wenn man in die unbeleuchteten Tunnel rein fährt, sollte man Licht und Hupe nicht vergessen, denn oft kommen unbeleuchtete Fahrzeuge oder auch Fußgänger und Radfahrer entgegen. Wir sind auf jeden Fall gut in Caraz angekommen und fanden im Hostal Punta Grande wiederum eine günstige und sichere Bleibe.

Herrliche Cordillera Blanca

Von hier aus wollten wir dann am nächsten Morgen hinauf fahren zur Laguna Paron. Ein schmaler Weg führte uns vorbei an kleinen Indiosiedlungen bis auf ca. 3800 m Höhe. Es wurde dann ca. 11 km vor unserem Ziel so nebelig, dass wir uns entschlossen wieder um zu kehren. Im Dörfchen Paron hielten wir noch kurz an und unterhielten uns mit den Einheimischen bevor es wieder talwärts ging. Es war Mittag, als wir wieder Caraz erreichten. Genug Zeit um bis Chavin zu fahren. Immer mit Blick auf die Cordillera Blanca führte eine wirklich sehr gut ausgebaute Strasse hinauf zum Pass auf 4500 m. Dort befindet sich ein Tunnel, der gleichzeitig zwei Provinzen miteinander verbindet. Wir freuten uns, dass die Straße so toll ausgebaut ist. Die Freude sollte jedoch nicht lange währen. Als wir nämlich am anderen Ende des ca. 815 m langen Tunnels ankamen veränderten sich die Straßenverhältnisse abrupt. Es begann eine neue Provinz und für die standen keine Gelder zum Bau einer neuen Straße zur Verfügung. Angeblich hatten die Bürger dieser Region bei der letzten Wahl „falsch“ gewählt und die Gelder für den Bau wurden wieder gestrichen. Hier leben überwiegend Indios. Für die restlichen 25 km benötigten wir dann bei strömenden Regen ca. 2,5 Std. bis Chavin. Die Straße war löchrig und schlecht wie bisher keine. Die Löcher waren mit Regenwasser gefüllt, dass man nicht erkennen konnte, wie tief man in das Hindernis hinein fuhr. Endlich angekommen, war dann auch noch echte Millimeterarbeit gefordert, um in die Einfahrt des Hotel „Inca“ hinein zu kommen. Wir schafften schließlich alles mit Bravour. Hier besichtigten wir dann die Ruinen von „Chavin de Huántar“. In der Antike pilgerten die Indios aus ganz Südamerika hierher um an den Ritualen der Priester und Schamanen teilzunehmen. Nach einer Ortsbesichtigung machten wir uns dann wieder auf den Rückweg. Holprig wie am Vortag aber immerhin trocken gestaltete sich der Weg hoch zum Pass. Wir wollten weiter bis Supe kommen. In Albufeira am Strand fanden wir zu unserer Überraschung einen neuen Campingplatz. Wir waren so frühzeitig dran, dass wir noch Zeit für einen Strandspaziergang fanden und den Sonnenuntergang am Pazifik bewundern konnten.

Über 5000 Jahre alte Kulturen

Caral stand für den nächsten Tag am Programm. Es waren nur ca. 40 km bis dahin. Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir die älteste Anlage des südamerikanischen Kontinents und die 2. älteste auf der Welt überhaupt. Man schätzt die Anlage auf über 5000 Jahre – älter als die Pyramiden in Ägypten. Von den 20 Pyramiden, die erst vor  ca. 25 Jahren zufällig entdeckt wurden sind 10 bereits ausgegraben. Weitere 10 liegen noch unter dem Sand begraben. Auch suchen die Archäologen immer noch nach den Begräbnisstätten um Aufschluss über die Lebensweise zu bekommen. Man weiß noch nicht all zu viel über diese Kultur. Nach einer aufschlussreichen Besichtigung mit einem Führer machten wir uns dann gegen Mittag auf den Weg in die ca. 200 km entfernte Hauptstadt Lima.

 

Lima – Verkehrschaos pur und die Bescherung zu Weihnachten

Obwohl die „Panamericana“ hier gut ausgebaut ist, wurde der Verkehr immer dichter, bis er in Lima ganz zum Stehen kam. Lima hat verkehrstechnisch bisher alles „getopt“, was wir vorher schon kannten. Es ist fast Krieg und jeder drängt und schiebt wo er nur kann. Zeichen werden dabei keine gegeben, Wenn man Zeichen gibt, werden diese sowieso ignoriert. Im Club Germania im Bezirk „Surco“ fanden wir dann einen idealen Stellplatz, nach dem uns die „Hermanos“ von San Juan de Dios  kurz vor Ankunft wissen ließen, dass sie wenig Platz hätten und wir nur einige Tage bei ihnen stehen könnten. Für den Manager des „Club Germania“ war es kein Problem und er erlaubte uns auf dem bewachten Gelände stehen zu bleiben, solange wir wollten. Außerdem könnten wir die Clubanlage benutzen. Es gibt hier tolle Schwimmbecken, Tennisplätze, Kegelbahnen, Fußballplatz und Clubhaus. Im dazugehörigen Restaurant werden deutsche Gerichte zubereitet und man kann deutsches Weißbier oder deutschen Wein dazu trinken. Eine kleine Enklave, mitten in Lima. Der Club zählt ca. 900 Mitglieder, die deutschstämmig sind oder in Lima arbeiten. Hier um die Ecke gab es auch eine Werkstätte, die den Kundendienst  und kleinere Reparaturen an „Balu“ erledigte. Wir dachten Weihnachten könnten wir entspannt in der Anlage verbringen. Wir bereiteten uns vor, für unsere Flüge am 26.12. Mariana hatte einen Flug mit KLM nach München und ich buchte im Internet bei LAN einen Flug nach Iquitos. Doch noch mal sollte es Aufregung geben. Zuerst als wir in der Werkstätte unser Auto abholten. Obwohl wir mit dem Geschäftsführer und dem Werkstattleiter ausgiebig besprochen hatten, dass unser Fahrzeug für die Werkstatteinfahrt zu hoch sei, probierte ein Angestellter das Fahrzeug in die Halle zum Waschen zu fahren. Dabei drückte er ein Loch in die Kabine. Sie entschuldigten sich 1000x und gaben uns auch schriftlich, dass dieser Schaden kostenlos in dazugehörigen Karosseriewerkstatt fachmännisch behoben wird, dennoch ärgerlich. Als wir dann in den Club zurück kamen, erhielten wir eine Email von LAN, dass die Kreditkarte gesperrt sei. Obwohl die Barclaybank immer wieder versichert, dass dies für mich hinterlegt sei, sperrt das Sicherheitssystem automatisch nach jedem Grenzübergang die Karte. Als ich der Fluggesellschaft dann mitteilen wollte, dass die Karte wieder frei geschaltet ist, eröffneten mir diese, dass der Preis im Internet nicht für Ausländer gilt, ich hätte binnen 2 Stunden die höhere Summe bei einer Bank einzuzahlen. Also machten wir uns schnell auf den Weg und akzeptierten widerwillig diesen Preis. Als wir zurück zum Wagen kamen, hatten wir bereits die nächste Email von LAN, dass dieser Preis immer noch zu niedrig sei, ich sollte doch nochmals 100,– US$ nachzahlen. Inzwischen stieg der Preis von 219,–US$ auf 399,– US$. Daraufhin stornierte ich die Reservierung und flog schließlich am 28.12. mit Star Peru zum halben Preis von LAN nach Iquitos. Kaum vorstellbar, das LAN in der Starallianz mit Lufthansa steht. In Iquitos sollte ich auch bei den „Hermanos“ von San Juan del Dios eine Stelle als „Volunteer“ bekommen. Als ich am 23.12. nochmals nachfragte, eröffneten sie mir, dass für mich kein Platz mehr zur Verfügung steht. Zu guter letzt stand auch bis zum Abflug von Mariana nicht fest, ob und zu welchem Preis, KLM unsere bemalten Leinwände transportiert. Somit war dann die Bescherung an Hl. Abend perfekt. Wir ließen uns dennoch nicht aus dem Konzept bringen. Mariana startete schließlich pünktlich mit  den Leinwänden nach München. Zwei Tage später verlies ich Lima Richtung Iquitos. Wie und ob sich die Probleme lösen, werde ich erst nach meiner Rückkehr aus dem Amazonasgebiet erfahren. Viele weitere Bilder  zu allen Orten sind in der jeweiligen Bildergalerie zu finden!!

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