Von Topolabampo in Mexiko bis San José in Costa Rica – Highlights am laufenden Band

Posted by on 21. Mai 2013

Nein, ich war nicht schreibfaul die letzten Monate, vielmehr waren wir im „ positiven Dauerstress. Wenn es sich dabei auch um einen positiven Stress handelt, war es dennoch sehr anstrengend. Die Vielzahl der neuen Eindrücke, die wir aufzunehmen hatten, ließen die Zeit für uns wie im Flug vergehen. Mein letzter Bericht endete in La Paz auf der Baja California. Am 27. Februar hatte uns GABO noch mal angerufen und wollte bei „olatv“ im Kulturteil des Senders einen Bericht bringen. So hasteten wir früh morgens vom Campground zu seinem Atelier in der Innenstadt. Dort wurden wir bereits von Salvador Castro erwartet. Ohne große Abreden ging es auch sofort mit dem Interview los. GABO stellte die Fragen zu unserem Projekt. Wir, kaum Zeit für Nervosität, beantworteten sie brav. Am nächsten Tag schon wurde die Sendung ausgestrahlt. Alles in Spanisch, was für mich keine leichte Übung war.

Da unser australischer Freund Robert noch auf die Zusendung einer neuen Kreditkarte warten musste, nutzten wir das bevorstehende Wochenende, um nochmals nach Los Frailes zu fahren. Zu schön war dieser Fleck Erde. Nochmals 150 km Richtung Süden um die  springenden Wale und Rochen dort zu sehen. Als wir dort ankamen stand Bernie, ein Kölner, der in Kanada lebt, immer noch da. Wir stellten uns an den gleichen Platz, direkt zum Naturschutzgebiet angrenzend, wo wir auch schon einige Wochen zuvor standen.

Bernie hat mir dann auch sein Kanu geliehen und ich konnte raus fahren zum Angeln. Dabei war ich zwar nicht erfolgreich, dennoch hat es sich gelohnt. Nur wenige Meter von mir entfernt sprangen die Rochen aus dem Wasser. Plötzlich, ein lauter Knall hinter mir. Als ich mich umdrehte, sah ich einen Riesen aus dem Wasser hochschnellen. Dieser tonnenschwere Wal schoss in voller Länge und das waren bestimmt mehr als 10 m, aus dem Wasser, drehte sich in der Luft und platschte mit einem ohrenbetäubenden Knall wieder in den Ozean.

Mein Boot begann zu schaukeln, als mich die Wellen des eintauchenden Wals erreichten. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Los Frailes wird mir schon allein deshalb in Erinnerung bleiben.

 

Schweren Herzens verließen wir dann am Montag den 6.März die Baja. Mit der LKW-Fähre von TMC fuhren wir von La Paz aufs mexikanische Festland nach Topolabampo. Die Abfertigung war einfach und die Fähre deutlich günstiger als die Baja Fähre. Außerdem konnten wir  bei der nächtlichen Überfahrt im Auto schlafen und ein Abendessen und Frühstück waren im Preis inbegriffen. Wir erreichten Topolabampo im Morgengrauen. Bei der Einfahrt in den Hafen begleiteten uns Delfine, die bei aufgehender Sonne vergnügt spielten. Das sollte gleichzeitig ein gutes Omen sein, für unsere weitere Reise am Festland. Direkt von der Fähre fuhren wir nach El Fuerte, von wo aus wir den „El Chepe“ , so heißt der Zug in den „Cañón del Cobre“ nehmen wollten. Schwer zu beschreiben, aber das Festland von Mexico war wieder ganz anders.

 

Als wir in El Fuerte an kamen, fanden wir auch gleich gegenüber des kleinen Bahnhofs einen günstigen und sicheren Stellplatz im Garten von Esperanza und Benjamino.Früh morgens um 8.00 Uhr nahmen wir dann den Zug in den Canyon. Es fährt die 1. Klasse täglich und 2. Klasse mehrmals die Woche, der Unterschied liegt im Preis und dass die 1. Klasse einen Speisewagen mitführt, Komfort und Ausstattung sind jedoch ziemlich gleich. Der „ El Chepe“ schleppte sich dann an steil abfallenden Tälern und Schluchten vorbei in Serpentinen hoch auf über 2000 m. Zig Tunnels und Brücken wurden passiert und immer wieder boten sich gigantische Ausblicke auf die üppig bewachsenen Berghänge und ab und zu Mal auf Indiosiedlungen. Bewacht wurde der Zug von schwer bewaffneten Polizisten die mitfuhren. Nach ca. 10 Std. abenteuerlicher Fahrt erreichten wir die Haltestelle Barrancas und blieben eine Nacht im Hotel „Barrancas Mirrador“, das direkt am Rande des Cañón del Cobre liegt. Jedes Zimmer mit Blick auf den Canyon und Balkon. Sowohl Sonnenuntergang und Sonnenaufgang waren ein Naturschauspiel und mit „Gänsehautfeeling“ verfolgten wir die Sonnenstrahlen, wie sie die Wolkenlücken durchbrachen und am Canyon entlang wanderten. Wir besuchten die Tamauri Indios, die hier in der heißen Jahreszeit in ihren Höhlen wohnen. Die kalte Jahreszeit verbringen sie im Tal.

Wir zogen dann auch zu Fuß einige Kilometer weiter nach Divisadero, wo wir eine weitere Nacht im dortigen Hotel verbrachten. Die Lage ist die gleiche, einfach fantastisch, doch der Preis war deutlich günstiger als tags zuvor, es ist nur nicht so bekannt. Wir machten einige Wanderungen entlang des Canyons und fuhren mit dem Linienbus in die nächstgelegene Stadt Creel. Der Bus war voll und wir die einzigen „Exoten“ mitten unter den sehr klein gewachsenen Indios, die in Creel den Markt besuchten. Der Kupfer-Canyon war ein Erlebnis und ist wirklich eine Reise wert, er ist  ca. 4 x größer als der Grand Canyon in den USA und auch ganz anders. Nachdem wir wieder in El Fuerte angekommen waren, besuchten wir dort noch die Geburtsstätte des „EL Zorro“ – der „Robin Hood“ armer Kalifornier im 19. Jh., bevor wir dann am 12.3. in Mazatlan ankamen. Auf dem Weg dorthin verbrachten wir eine Nacht hinter der Polizeistation in Las Glorias und morgens wurden wir von den  sehr freundlichen Polizisten zum Frühstück eingeladen. Eine tolle Geste und der sicherste Platz im Ort. Auch Mazatlan, das direkt am Pazifik liegt ist sehenswert. Wir besuchten die Altstadt, ein Unesco Weltkulturerbe und ein Kunsthandwerkerzentrum. Dort lebt und arbeitet Rak mit seiner Familie. Jeder der Familienmitglieder geht einem anderen Kunsthandwerk nach. In ihren geschmackvoll eingerichteten Laden stellen sie alle jedoch gemeinsam aus und verkaufen nebenbei auch selbstgemachtes Eis. Wie uns Rak erzählte machen sie das, weil in den Räumen früher lange Zeit die erste Eisdiele der Stadt untergebracht war. Die nächsten Tage führten uns dann nach Tequilla. Von hier, wo sich eine Destillerie nach der anderen entlang der Straße reiht, kommt der beliebte Tequilla, der aus den Agavenherzen gewonnen wird. Diese Kaktusart wächst in dieser trockenen Region besonders gut. Bei einer Bodega – Besichtigung erfuhren wir u.a., wie dieses hochprozentige Getränk hergestellt wird und dass Regen der Agave bzw. der Produktion von Tequilla eher schadet und dass alles was unter dem Namen Tequilla angeboten wird, von hier kommt. Mesqal wird im übrigen Mexiko auch auf gleiche Weise produziert und schmeckt auch gleich, nur dass er nicht aus Tequilla kommt. Wir in Europa kennen das ja vom Champagner her. In Guadelajara, der zweitgrößte Stadt Mexikos besuchten wir den Ortsteil „Tlaquepaque“ und bekamen zum ersten Mal „life“ Mariachi-Musik zu hören. Sehr theatralisch tragen die Sänger in ihrer typischen Kleidung mit Stiefeln und mal mit und mal ohne Sombrero ihre Kunst gegen einen kleinen Obolus vor. Am 18.3. erreichten wir dann die nächste mexikanische Millionenmetropole Leon ( ca. 4 Mio. Ew.) Hier waren wir Gast bei Dr. Teresa Zorilla. Sie half uns, wo sie nur konnte. Sie organisierte nicht nur Stellplätze für uns, sie half uns auch bei der Suche nach Künstlern, schaffte es, dass wir mit unserem Projekt wieder Presse bekamen, stellte uns ihr Haus für Dusche und Wäsche zur Verfügung und zu guter letzt half sie uns dabei, unsere Stoßdämpfer, die hier in Leon landeten aus dem Zoll raus zu holen. Teresa war unser „guter Engel“ hier. Schon bei Ankunft wurden wir zum Essen eingeladen. Tags darauf malten wir im Garten ihres Anwesens. Wir waren die Tage hier aber auch mehr als gut beschäftigt. Malten dann noch 2x mit verschiedenen Organisationen, die sich um die Straßenkinder hier in Leon kümmern – es sollen ca. 8000 meist Indios sein. Besuchten ein Heim in dem Mädchen untergebracht sind, die häuslicher Gewalt ausgesetzt waren und hasteten dann abends um 20.30 Uhr noch zu einem Termin bei „Mega Noticias“ Hier wurde Mariana im Lifeprogramm des Senders 15 Min. lang zu unserem Projekt interviewt. Der landesweite Sender ist vergleichbar mit den 3. Programmen in Deutschland. Auch waren wir viel in Sachen „Stoßdämpfer“ unterwegs. Nachdem diese statt nach La Paz auf der Baja California, hierher geliefert wurden, eilten wir zum Flughafen Leon. Hier sagte man uns, dass wir einen sog. „Zollagenten“ brauchen, der uns bei der Herausgabe beisteht. Zunächst wollten wir das nicht wahrhaben, denn es war mit erheblichen Kosten verbunden. Nach tagelangem hin und her erkannten wir unsere Ausweglosigkeit und gaben klein bei. Die fälligen Gebühren samt Steuern und Zöllen war gerade mal so hoch wie der Warenwert. Nachdem ich bezahlt hatte, konnte ich umgehend meinen Stoßdämpfer entgegen nehmen. Nach Auskunft des ADAC ist die wohl gängige Praxis und „noch gut davon gekommen“ – O-Ton ADAC. Wir setzten dann unsere Fahrt fort und erreichten Guanajato. Diese Stadt hat richtig Charme. Für mich war es die bisher schönste Stadt unserer gesamten Tour. Als wir am Stadtrand ankamen, hielten uns Mitarbeiter des Touristikbüros an. Sie gaben uns wertvolle Tipps, da die Stadt zum Großteil nur über Tunnels zu erreichen ist, die wir mit unserer Höhe nicht durchfahren konnten. Außerdem empfahlen Sie uns einen Stellplatz hoch über der Stadt in der Nähe des Wahrzeichens, der „Pipila“, mit einem herrlichen Blick über die prächtige und farbenfrohe Altstadt. Der Platz war kostenlos, sicher und man erreichte über Treppen in wenigen Minuten das Zentrum. Drei Tage erkundeten wir diese wunderbare Stadt, die auch Weltkulturerbe ist. Hier kann man u.a. die ältesten Gold- und Silberminen des Kontinents und viele Museen besichtigen oder einfach nur durch die schönen Gassen der Altstadt flanieren und in einem der vielen netten Cafe´s das Treiben auf der Straße verfolgen. Weiteres „Highlight“ war dann San Miguel de Allende. Viel kleiner als Guanajatoo aber ein „muss“ für jeden, der die Strecke fährt. Hier standen wir einige Tage mitten in der Stadt am Campground. Dort konnte ich meinen Stoßdämpfer einbauen lassen, dort fanden wir Graffitikünstler für unser Projekt und trafen interessante Leute , wie z.B. die Church´s  und Joachim und Bärbl. Letztere betreiben die Website :www.panamericanainfo.com mit vielen hilfreichen Infos für „Panamericanos“, die Chuch´s haben u.a. „die Bibel“ für Reisende durch USA, Mexico und Guatemala geschrieben –  „Mexico Camping“. Gerne wollten wir noch bleiben, aber Queretaro wartete auf uns. Es war  bereits die Karwoche und in Queretaro fand der weit über die Grenzen bekannte Umzug „La Marcha del Silencio“ statt, den wir unbedingt sehen wollten. Außerdem wollten wir Fernando besuchen. Ihn hatten wir vorüber einem halben Jahr in Alaska am Salmon Glaciar getroffen, wo er mit einer Motorradgruppe unterwegs war. Er hat uns eingeladen bei ihm vorbei zu kommen. Er zeigte uns mit seinem Sohn zusammen „seine“ Stadt und besuchte mit uns den Umzug. Stundenlang marschieren hierbei „Encapuchados“, in weiß, schwarz, rot und purpurfarben gekleidet mit spitzen Mützen und verdecktem Gesicht (wie Ku Klux Clan) und mit Ketten an den nackten Füßen schweigend durch die Straßen und tragen Holzkreuze am Rücken. Manchen sah man die Strapazen trotz ihrer Masken an, wo nur Augen- und Mund-löcher vorhanden sind an. Tausende von Menschen zierten die Straße und schauen still dem Spektakel zu. Man hört in den Straßen nur die monotonen Töne der Trommler, die den Takt angeben – etwas schauerlich! Auch treffen wir am nächsten Tag noch einen uns lang bekannten Mexikaner, den wir schon Jahre nur über das Internet kannten. Er vertreibt da Kräuterliköre aus besonderen Pflanzen, die er bei den Indios kennengelernt hat und wollte uns als Händler in Deutschland gewinnen. Daraus wurde zwar nichts, aber trotzdem war das Treffen herzlich und wir nahmen ihm auch einige Flaschen ab, bevor wir weiter nach Teotihuacan zogen. Ganz in der Nähe der Pyramiden fanden wir einen schönen Platz, unweit des Zentrums. Von hier aus zogen wir ganz früh morgens los um den Platz zu besichtigen, wo der Mensch zum Gott wird, wie es heißt. Wir taten gut daran uns früh (ca.7.00 Uhr) auf den Weg zu machen, den es war kühler und um diese Zeit kaum Besucher unterwegs. Zuerst bestiegen wir bei Sonnenaufgang die etwas größere Sonnenpyramide, danach die kleinere Mondpyramide. Beide hatten ihren Charme und boten grandiose Aussicht auf den ausgegrabenen Teil der Anlage. Gegen 10.00 Uhr standen die Besucher „Schlange“ und die Pyramiden waren voll von Menschenmassen. Außerdem hatten Mexikaner an diesem Tag freien Eintritt. Zwei Tage lang durchstreiften wir die atemberaubenden Tempelanlagen der Olmeken und Azteken und waren begeistert. Nun Stand Mexiko City bevor. Wir checkten zunächst, ob wir es überhaupt befahren durften. Jeden Tag dürfen 2 Endziffern der Nummernschilder diese Megacity nicht befahren –  Verbleibende 4 Mio. Fahrzeuge am Tag sind dann auch noch genug. Außerdem dürfen ausländische Fahrzeuge nicht vor 11.00 Uhr fahren. Die Verkehrsregeln unterscheiden sich auch vom übrigen Mexiko, was erhöhte Vorsicht bedeutet. Z.B. beim Kreisverkehr hat in der wahrscheinlich noch größten Stadt der Welt ( ca. 30 Mio. Ew.) der Einfahrende Vorfahrt, im übrigen Mexiko ist es genau umgekehrt.

Unter all diesen Vorzeichen begaben wir uns dann die City und es war bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet. Stundenlang fuhren wir vom einen Ende zum anderen, bis wir die „Universidad Intercontinental“ erreichten. Mit Hilfe von Teresa und ihrem Onkel Ignacio, konnten wir hier vier Nächte innerhalb des Zauns, neben der „Security“ kostenfrei stehen.

Ignacio  ist Priester in Südkorea und hatte zuvor schon auf unsere Leinwand gemalt. Die Universität gehört dem Orden „Misionarios de la Virgen de Guadalupe“ – dem Stammhaus von Ignacio.  Dieser organisierte uns diesen exzellenten und zentralen Platz. Wir konnten wieder alle sanitären Einrichtungen nutzen, waren bewacht, der Supermarkt und die Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite.  Von hier aus starteten wir unsere Exkursionen in die Megastadt. „Frida Carlo“ – und „Anthropologisches Museum“ standen genau so auf dem Plan wie die Basilika de Guadalupe, dem größten Wallfahrtsort Amerikas.

Außerdem fuhren wir zwei Tage  mit dem Doppeldecker-Turi-Bus durch die Stadt. Überraschend gut organisiert und modern. Die öffentlichen Verkehrsmittel pünktlich, die Stadtbusse der Hautlinie sogar mit Fernseher ausgestattet und die U-Bahn extrem billig, so zeigte sich uns die Stadt im „Schnelldurchlauf. Der Verkehr und die damit verbundenen Emissionen waren allerdings extrem. Die Stadt liegt auf einer Höhe von über 2200 m, Frisch- und Abwasser muss ständig hoch- bzw. abgepumpt werden. Wir waren verblüfft wie trotz der erschwerten Bedingungen alles funktionierte. Mexiko City –eine interessante Stadt, wo wir aber nicht gleich wieder hin müssen.

Wir waren dann auch froh, in Cholula anzukommen. Hier besichtigten wir die wohl größte Pyramide auf dessen Spitze die Spanier nach der Eroberung eine Kirche errichteten.

Hier kann man auch die größten Vulkane Mexikos sehen, den bekannteren Popocatepetel ( ca.5.452 m) und den höchsten, den Citlaltepetl (ca. 5.746 m). Leider konnten wir sie nur schemenhaft sehen, die Luft war einfach zu dunstig.

Inzwischen war schon der 7. April und wir machten auf unserem Weg nach Oaxacha einen  kurzen „Stop“ in Puebla. Wir zogen hier einige Stunden durch die Stadt und besuchten den bekannten „Templo de San Francisco“. Viel zu kurz war unsere Zeit, die wir für diese bezaubernde Stadt  zur Verfügung hatten.

Vor Monaten schon aber buchten wir einen Heimflug nach Deutschland und bemerkten jetzt, dass Mexiko zu groß und zu schön ist und uns die Zeit wegläuft. Also starteten wir durch nach Oaxacha. Wieder eine schöne mexikanische Stadt mit Charme. Hier streiften wir zwei Tage durch die Stadt, entdeckten die tolle „Galeria de Arte de Oaxaca“ im Zentrum, die uns dann drei tolle Künstler zum Malen vermittelte. Auch die Tageszeitung der Stadt wurde wieder auf unser Projekt aufmerksam und widmete uns eine ganze Seite.

Erwähnenswert ist die  chaotische Verkehrsführung durch die Stadt.  Nicht nur ich, auch unser GPS empfanden sie weit schlimmer als die in Mexiko City.

In der Nähe der Stadt liegt Monte Alban. Diese auf den Bergen gelegene Tempel-/und Wohn-anlagen haben mich persönlich von den insgesamt 8, die wir besichtigten, am meisten beeindruckt. Wahrscheinlich liegt das auch an der grandiosen Lage über der Stadt, mit einer wunderbaren Fernsicht. Die Anlage selbst ist wirklich sehenswert. Einen Tag lang erkundeten wir die ehemalige Hauptstadt der Zapoteken. Auf unserem Weg nach San Cristobal de las Casas lag auch noch eine kleinere Anlage namens Mitla, wo die an den Gebäuden noch gut erhaltenen Ornamente die Besucher beeindrucken. Zwei Tage verbrachten wir dann noch in „Hierve el Aqua“. Hier kommen sprudelnde, mit Kohlensäure versetzte, kalte Quellen aus dem Berg. Über terrassenförmige Becken fließt das überlaufende Wasser ins Tal hinunter. Durch die Verdunstung ist der ganze Abhang weiß gefärbt von den Kalkrückständen. Es sieht fast so aus wie in Yellowstone, nur etwas kleiner und keine heißen Quellen. In den Becken konnte man sich schön abkühlen und man hatte außerdem noch einen grandiosen Fernblick und ins Tal. Nach zwei Tagen mit Steffi und Benny in Hierve el Aqua, ging es für uns dann erst mal noch auf dem Rio Grijalva. Man hatte uns den Cañon del Sumidero als Geheimtipp empfohlen. Tatsächlich fuhren auf den Booten dann nur mexikanische Touristen mit.Zwischen bis zu 1000 m hoch ragenden Steilwänden hindurch ging es ca. 2 Std. Flussabwärts zum Stausee und dem größten Wasserkraftwerk Mexikos. Entlang der Ufer konnte man dabei Vögel oder Krokodile beobachten. Baden im Fluss ist deshalb auch nicht ratsam.Ein echtes “Kontrastprogramm” für uns. Danach achten wir uns auf den direkten Weg zu Kinal Ansetik. Eine Einrichtung, die das Handwerk der Indiofrauen fördert. Hier verbrachten wir das ganze Wochenende mit den Indioweberinnen und ihren Familien. Sie hatten hier gerade ein „Workshop“ über das Weben. Wir saßen mit Ihnen zusammen, schauten ihrer Webkunst zu, aßen mit ihnen und schließlich malten sie zusammen mit Studentinnen der Gruppe Rosa Luxemburg, die in der Einrichtung leben einen Lebensbaum für PanAmericanArte.  Anschließend zog es uns wieder in den Dschungel. Wir steuerten nun Palenque, die Maya -Tempelanlage mit ihren grandiosen Pyramiden mitten im Urwald an. Auf dem Weg dorthin gab es kaum Polizei und Militär, es ist Indiogebiet. DieIndios kämpfen hier angeblich friedlich um ihre Autonomie, da sie vom Staat unterdrückt werden . Wir wurden auch gewarnt vor Straßenbarrikaden. Es waren dann – Gott sei Dank „nur“ Waisenkinder, die Straßensperren errichteten und etwas Geld zum Essen bettelten. Sie hingen sich solange an das fahrende Auto, bis wir alle mit einigen Pesos bedient hatten. Es war allerdings auch nicht ganz ungefährlich, die vielen kleinen Indios, die vom Führerhaus kaum zu sehen waren.

 

Auf unserem Weg machten wir auch noch in „Cascadas Agua Azul“ halt. Über Kilometer hinweg erstrecken sich mitten im Dschungel größere und kleinere Wasserfälle. In kristallklarem Wasser kann man hier baden und sich etwas abkühlen.

Als wir unser Etappenziel erreichten, fanden wir etwa einen Kilometer vom Eingang entfernt wieder einen schönen Stellplatz, umgeben von Urwald. Das merkten wir besonders stark abends und früh morgens gegen 4 Uhr, als die in den Bäumen lebenden Brüllaffen ihre Laute von sich gaben. Es war so arg, dass uns ein Neuankömmling am Platz fragte, ob dieses Brüllen von Löwen stamme. Uns störten dieser „Lärm“ nicht wirklich, im Gegenteil , wir fanden an den vielen verschiedenen Geräuschen des Dschungels sogar gefallen und wir wussten wieder, wir waren mitten drin. Einen Tag lang liefen wir die Anlage von Palenque ab. Wieder waren wir beeindruckt von den riesigen Bauten, die in sattem grün eingebettet sind. In den mächtigen Bäumen tummelten sich wieder Brüllaffen, die den Kulturbauten fast die „Show“ stahlen. Noch gar nicht solange ist es her, dass die Anlage von wucherndem Urwald freigelegt wurde.  Viele der Opferstätten, Gräber  und anderer Bauten schlummern immer noch unter der Urwalderde und verbergen ihre Geheimnisse. Bei 45°C im Schatten und extrem hoher Luftfeuchtigkeit erklimmten wir Pyramide um Pyramide und unsere Kleidung war schon bald pitschnass. Dennoch war es wieder ein erlebnisreicher Tag. 

Inzwischen war schon der 16.April und wir erreichten Campeche auf der Halbinsel Yukatan. Nur weil ich das Gefühl hatte, dass mit unserem Getriebe etwas nicht ganz stimmt, sind wir hierher gefahren, denn hier gab es eine Toyota Werkstatt. Erstmals wollte hier ein Polizist, der uns kontrollierte etwas von mir. Als er unsere Wohnkabine inspizierte, sah er meine olivgrüne Mütze mit rotem Stern. Die wollte er als Geschenk haben – meine Lieblingskappe! Ich wollte sie ihm nicht schenken, da sie 25,- US$ gekostet hat und sie mir auch gut gefiel. Jedoch wollte ich auch das Risiko nicht eingehen, wenn ich hart bleibe, dass er etwas anderes ins Visier nimmt. Ich schlug im deshalb einen Tausch mit seiner Dienstmütze vor, da ich davon ausging, dass er nein sagen würde. Er überlegte eine Weile, sprach mit seinem Kollegen und von nun an war ich Besitzer einer echten mexikanischen Polizeimütze. Meine war trotzdem viel schöner. Sichtlich freute er sich darüber, so dass er sie auch gleich auf behielt.

Die Toyotaleute waren sehr hilfsbereit, checkten unser Fahrzeug –es fehlte etwas Getriebeöl und der Filter sollte gewechselt werden. Filter hatten sie zwar keinen, aber wir fuhren etwas beruhigter weiter, da kein größerer Schaden feststellbar und der Check sehr günstig war. Die Ruinen von Uxmal lockten uns nun. Wieder in Eingangsnähe konnten wir auf dem Parkplatz eines Restaurants stehen bleiben. Gegen einen kleinen Aufpreis war es auch möglich den Swimming Pool und WiFi zu nutzen, was wir sehr angenehm empfanden. Die „Pyramide des Zauberers „ hat uns hier am besten gefallen. Als wir das große Spielfeld mit den Ringen sahen, waren wir überzeugt, das Fußballspiel wurde hier erfunden und es muss damals schon die Menschen fasziniert haben, sonst hätte man bestimmt nicht so viele Zuschauerplätze angelegt. Wieder liefen wir den ganzen Tag bei sengender Hitze durch die Anlage. Ja! Wir konnten gar nicht genug kriegen und besuchten abends dann auch noch die Lichter – Show, bei der die einzelnen Gebäude unterschiedlich beleuchtet wurden. Das Ganze mit Musik und einer Geschichte aus dem Leben der Mayas unterlegt. Einmal gesehen reicht aber, waren wir am Ende der gleichen Meinung

„Chichen Itza“, die nächste Anlage unserer Pyramidentour ist wieder eine der bekannteren der insgesamt 64 bisher freigelegten Anlagen. Man merkte das auch sofort an den vielen Menschen, die hier rein strömten. Dies liegt auch an dem Umstand, dass der Flughafen von Cancun nur ca. 200 km entfernt liegt und viele Touristen Tagesausflüge mit Bussen hierher buchen. Es ist wirklich eine schöne und sehenswerte Anlage, man darf allerdings die Pyramiden nicht besteigen. Viele Händler, die ihre Souvenirs an die Leute bringen wollen säumen die Wege außerhalb und innerhalb der Anlage. Mit „Chichen Itza“ haben wir auch den Bundesstaat Yucatan auf der gleichnamigen Halbinsel erreicht.

Hier hielt es uns aber nicht all zu lange und nach der Besichtigung steuerten wir gleich die nächste Anlage „Tulum“ an. Das Besondere daran ist, dass es die einzige Anlage ist, die direkt am Meer liegt. Wieder Massen von Touristen, da sie zu Cancun noch näher liegt wie „Chichen Itza“. Die Anlage ist nicht so groß und wirklich beeindruckt hat uns nur eine Pyramide, die erhoben über dem weißen Strand und dem glasklaren Wasser der türkisfarbenen Karibik liegt.

Nach 3 Std. „Tulum“ flüchteten wir dann ca. 30 km nördlich nach Xpu-Ha. Ein wirklich malerischer Strand, wie man sich einen Karibikstrand nur vorstellt. Palmen, blaues Meer, Palapas und nicht zu viele Menschen. Ein reisendes Pärchen aus Uruguay, die wir in San Cristobal de las Casas trafen, gaben uns diesen Tipp. Der schneeweiße Strand liegt etwa auf Höhe der Insel Cozumel. Hier gefiel es uns und hier blieben wir dann auch einige Tage. Von unserem Platz aus hatten wir  einen schönen Blick auf die wunderschöne Karibik. Die Zeit vertrieben wir uns mit Strandspaziergängen, Schnorcheln  oder nur in der Hängematte „abhängen“. Ein guter Platz zum „Faulenzen“. Die Lufttemperatur war allerdings sehr hoch. 46°C im Schatten, da musste man schon öfter mal kurz ins ca. 28°C „kalte“ Wasser springen um sich ab zu kühlen. Aber wir sind ja „Reisende“ und keine „Urlauber“, deshalb ging es für uns nach drei Tagen wieder weiter. Wir hatten ja einen Flug nach Deutschland gebucht und die Zeit wurde langsam „eng“, auch wollten wir in Mexiko noch einen Künstler zum Malen finden. Wir machten uns auf, bis kurz vor die Grenze nach Guatemala. Die „Laguna Bacalar“ mit ihren „lebenden Steinen“ wurde uns empfohlen. Wir landeten auf einem Grundstück, direkt neben diesen Steinen. Es war Sonntag, als wir ankamen und die mexikanischen Wochenendausflügler verließen den Platz gerade. Außer Heriberto und Rubi, einem mexikanischen Ehepaar war niemand mehr auf dem abgeschlossenen Gelände. Wir hatten das Ufer mit den lebenden Steinen für uns fast alleine. Im glasklaren Süßwasser ragen die Steine etwas über die Wasseroberfläche und bilden kleine Inseln. Touristenboote kamen ab und zu vorbei um dieses Naturwunder, das angeblich in der Form nur noch in Australien und im Yellowstone Nationalpark vorkommt, zu besichtigen. Wir hatten es bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für uns alleine – so ein Glück! Angeblich produzieren diese Steine mehr Sauerstoff als ganze Wälder, erzählte man uns. Hier versuchte ich zu angeln, aber das Wasser war an den meisten Stellen zu flach oder die Fische hatten keine Lust zu beißen – gesehen habe ich aber welche. Dafür malte dann unser Nachbar Heriberto noch auf unsere Leinwand.

Zufrieden konnten wir dann am 23. April losziehen und über die Grenze nach Belize fahren. Die Ausreise aus Mexiko war genau so stressfrei, wie die Einreise nach Belize. Wir fanden die Grenzbeamten ziemlich „cool“ und man merkte sofort einen Unterschied zu Mexiko. Sie fragten nur woher und wohin wir wollen, wie lange wir hier bleiben wollen und schon hatten wir unseren Stempel. Noch schnell einige Belize Dollar gegen die letzten Pesos gewechselt und schon ging es weiter. Wir steuerten zunächst Belize City an. Das Land ist grün und flach. Wie man uns schon prophezeite. Nicht unattraktiv aber auch nicht berauschend. Die Leute freundlich und  immer hörten wir „Hey men!“. Es ist aber doch wohl eher ein Paradies für Taucher. Die dem Land vor gelagerten Riffs sind die größten nach dem „Great Barrier Riff“ in Australien. Wir machten halt bei der „Cucumber Read Marina“. Abends an der Bar kamen wir mit Celia ins Gespräch. Wie sich herausstellte, war sie die Managerin der Marina. Als wir ihr von unserem Projekt erzählten und dass wir nach Künstlern in Belize suchen, hatte sie sofort jemand parat. Sie rief  sofort die Tochter des Eigentümers der Marina, die Künstlerin ist und wenige Minuten später war auch sie schon da. Schon am nächsten Morgen malte Inga Woods am Anlegesteg der Marina für uns ein tolles Bild. Noch einen weiteren Tag verbrachten wir in Belize. Zunächst fuhren wir in das grenznahe San Ignacio kauften etwas Lebensmittel ein, die hier extrem teuer sind, da sich fast alle Läden in chinesischer Hand befinden und fanden bei Inglewood Camping einen schönen Stellplatz. Gobbin ein netter Junge, der hier alle Arbeiten verrichtete erzählte uns einiges über seine Heimat und das Nachbarland Guatemala, das er ab und zu mit seinem Moped besucht.

 

Und schon am nächsten Morgen standen wir an der Grenze. Der Ablauf an der Grenze war einfacher als wir erwarteten. Nach ca. 1 ½ Stunden waren wir in Guatemala eingereist und konnten sogleich nach Tikal fahren. Hier direkt im Nationalpark liegt eine der größten Ruinenstätten der Mayas. Nördlich davon hat man inzwischen zwar eine noch größere entdeckt, die ist jedoch noch nicht soweit ausgegraben, dass man sie der Öffentlichkeit präsentieren kann. Wieder eine herrliche Anlage, mitten im Urwald. Als wir die Anlage zur Besichtigung betraten liefen uns gleich Nasenbären über den Weg, Papageien schnatterten um uns und es schien als ob uns die Klammeraffen in den Bäumen verfolgten. Als wir die höchste der Pyramiden bestiegen kroch mal noch kurz eine grüne 2 m lange Schlange mit strahlend gelben Augen über den Steg und bei Dämmerung, als wir schon wieder auf dem Rückweg zum Camp waren, kamen auch sie wieder – die Brüllaffen. Ganze Kolonien saßen in den Bäumen und brüllten, was das Zeug hielt. Wir setzten uns auf ein altes Gemäuer und schauten dem Treiben eine ganze Weile zu um festzustellen, warum die so schrecklich brüllen, konnten aber nicht wirklich ein Motiv für ihr handeln erkennen. Wir fühlten uns trotz unserer Nähe zu ihnen, wir saßen direkt unter ihrem Baum, nicht angesprochen – oder angebrüllt. Schon etwas in Eile machten wir uns dann am nächsten morgen gleich wieder auf nach Rio Dulce. Im fast schon legendären „Bruno´s Hotel“ fanden wir mitten im Treiben der Stadt einen Platz, wo sich viele Weltenbummler treffen. Da dieses Hotel bzw. Rio Dulce in einer von Hurrikans geschützten Bucht liegt, ist dies auch ein beliebter Treffpunkt vieler Weltumsegler, die hier vor Anker liegen. Eine Nacht, etwas Swimming-Pool-Leben, gutes Essen und WiFi und Rio Dulce war für uns schon wieder Vergangenheit. Auf dem Weg zum „Lago Atitlan“ verführte uns GPS „Olguita“ dahin, wo wir eigentlich gar nicht hin wollten, nach Guatemala City. Hier versagte das GPS völlig und wir fragten uns durch die Stadt. Die Leute waren sehr hilfsbereit und immer wieder zeigten sie uns den „Gefällt mir“ Daumen. Schließlich schafften wir es nach vielen Umwegen doch noch, aus der Stadt raus zu kommen. Gegen Abend erreichten wir dann das direkt am See gelegene Hotel „Vision Azul“ mit den vorgelagerten Stellplätzen. Wieder direkt am Ufer gab es schöne Plätze, wo auch schon andere Deutsche, Schweitzer und Franzosen standen. Mit unserer Ankunft begann auch gleichzeitig die Regenzeit und es goss die ganze Nacht in Strömen. Am nächsten Morgen war alles wieder vorbei und man konnte sogar die umliegenden Vulkane sehen. Wir hatten gleich bei Ankunft eine Busfahrkarte zum größten Indiomarkt Mittelamerikas nach Chichicastenango gebucht. Es war Sonntag der 28.4. und der Bus holte uns um 8.00 Uhr morgens am Campingplatz ab. Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir den Ort, wo es gerade so wimmelte von den Menschenmassen. Die einen wollten kaufen, die anderen ihre Ware los bringen. Ein buntes Treiben und wir wieder mal mitten drin. Die Fahrt hat sich gelohnt. Der Markt war sehr interessant und wir fanden auch etliche günstige Souvenirs, die wir nach langem Handeln kauften. Auch gab es hier eine alte traditionsreiche Opferstätte der Mayas, die wir uns natürlich anschauten. Unser Führer dorthin hieß lustigerweise Nix Ren – gesprochen hat er dann doch und gar nicht so wenig. Zufrieden kehrten wir am späten Nachmittag wieder zurück zu unserem „Balu“, was für uns auch immer zuhause bedeutet.

Gleich am nächsten morgen brachen wir wieder auf nach Antigua Guatemala, der alten Hauptstadt des Landes. Nach einem schweren Erdbeben hat man diese dann in eine angeblich sichere Gegend verlegt, was sich ja auch schon als Trugschluss heraus gestellt hat.

Als wir auf dem Weg dorthin an einem Supermarkt stoppten passierte uns wieder ganz was unglaubliches. Am Parkplatz kam eine junge Familie auf uns zu und war sichtlich begeistert von unserem Fahrzeug und unserem Projekt. Als wir dann eine halbe Stunde später mit unserem beladenen Einkaufswagen an der Kasse standen, ließen sie es sich nicht nehmen unsere Einkäufe zu bezahlen. Ich schämte mich fast dafür aber jeder Widerstand war zwecklos. Wir hatten in Guatemala mit allem gerechnet nur nicht, dass so etwas passieren könnte.

Wieder mal überwältigt von der Gastfreundschaft erreichten wir die Station der Touristenpolizei in Antigua. Hier kann man kostenlos mitten in der Stadt am Gelände der Polizei stehen und auch die sanitären Einrichtungen nutzen. Eine schöne und angenehme Stadt, dieses Antigua Guatemala. Wir liefen die ganze Altstadt ab, um einen Künstler zu finden, bis wir am Arco Santa Catalina Joel trafen, der sofort zusagte. Es war dann ein richtiges Erlebnis mit dem TukTuk durch die Straßen zu rauschen und die Malsachen herbei zu holen. Unter den vielen Leuten, die dem Künstler zusahen war auch Jorge, ein Galerist und Maler aus Antigua. Als er seinen Freund Joel beim Malen sah, lud er uns für den nächsten Tag gleich in sein Atelier ein und malte auch für unser Projekt.

Als wir abends zurück zum Stellplatz kamen, hatten der junge Mexikaner Elias und seine französische Freundin Eva neben uns ihr Zelt aufgeschlagen. Zur Begrüßung spielte Elias auch gleich auf seiner Gitarre. Das geschah nicht ganz ohne Hintergedanken, denn am nächsten Tag fragten uns die beiden Kunsthandwerker, ob wir sie ein Stück mitnehmen könnten. Sie begleiteten uns dann vier Tage bis Nicaragua.

Zunächst wollten wir jedoch nach El Salvador. Die Polizisten meinten, die Straße sei hier besser und kürzer, was sich später auch bestätigen sollte. Zügig kamen wir da über den Grenzübergang und nach mehreren Stunden Fahrt erreichten wir in der Dämmerung Alegria. Hoch gelobt in mehreren Büchern steuerten wir dieses Dorf an. Nur die Einfahrten zu den beschriebenen Hotels waren für unser Fahrzeug viel zu niedrig. Wir kreisten in dem Ort, wo gerade der 1. Mai gefeiert wurde. Ein Mann drückte uns beim Vorbeifahren etliche Bananen als Marschverpflegung in die Hand. Als wir ein zweites Mal seine an der Hauptstrasse gelegene Terrasse passierten und ihn nach einem geeigneten Stellplatz fragten, bot er uns sofort einen Platz auf seiner Finca, die über dem Dorf lag an. Lediglich ein Allrad war Voraussetzung, sonst könnten wir den Platz nicht erreichen. Mit seinem Pickup fuhr er voraus und brachte uns zu seiner mitten in einer Kaffeeplantage gelegenen Finca. Hoch über Alegria gelegen, mit toller Fernsicht. Sein Mitarbeiter, der ebenfalls Carlos hieß, durfte hier mit seiner Familie wohnen. Er bekam bei unserer Ankunft noch den zusätzlichen Auftrag. Er musste uns bewachen, was er dann mit seiner Machete auch ganz pflichtbewusst machte. Don Carlos, unser Gastgeber kam gleich am nächsten morgen mit Frischwasser zu uns hoch. Außerdem bot er uns an, die Duschen in seinem Haus zu benutzen, was wir wiederum gerne annahmen. Herald, ein junger Mann, der als Waise ebenfalls im Hause von Don Carlos lebt, führte uns dann hoch auf den Vulkan. Mitten durch die Plantagen hoch zum Dschungel zu einer grandiosen Aussicht auf die Lagune im Trichter des Kraters. Etwas erschöpft erreichten wir nachmittags wieder unseren Platz, wo wir dann auch mit zwei jungen Künstlern malten. Die beiden zeichneten Legenden von Salvador. Als wir dann am frühen morgen des 3.5. abreisten, bereitete uns die Mia, die Frau von Don Carlos noch ein leckeres Frühstück zu und wir wurden noch reichlich beschenkt. Wieder waren wir „platt“ von der uns entgegengebrachten Gastfreundschaft.

Die Zeit drängte und wir mussten weiter.

Der Grenzübergang nach Honduras war abenteuerlich. Überall zwischen Offiziellen sprangen Grenzhelfer mit selbst gemachten Ausweisen rum und jeder sah in unserem Ankommen eine potentielle Kundschaft oder vielleicht auch „Opfer“.  Gegen ein Trinkgeld wollte uns einer schnell über die Grenze helfen. Es begann auch ganz gut. Wir bemerkten nur, dass die zu zahlenden Gebühren für Kopien oder die Dekontamination von mal zu mal höher wurden. Es ging alles ganz zügig. Zwischendurch tauchten auch immer wieder offizielle „Grenzer“ oder Zollbeamte auf, die kaum zu unterscheiden waren von den Helfern. Zum Schluss wollte unser Helfer eine Straßengebühr von 45,– US$. Wir hatten uns in den Foren gut eingelesen, wie derartige Grenzübertritte ablaufen, doch von dieser Gebühr hatten wir noch nie gehört. Mariana folgte ihm in ein kleines Büro, wo ein Mann am PC Bilder anschaute. Hier sollten wir die Gebühr bezahlen. Nachdem Mariana unserem Helfer klar machte, wenn wir diese Gebühr bezahlen, dass für ihn nichts mehr übrig bleibt und sie außerdem erst bei der Polizeistation nachfragen werde, war das Thema sehr schnell abgehandelt. Wir könnten diese auch bei Ausreise aus Honduras bezahlen. 8,- US$ hat uns dieser Helfer letztendlich gekostet. Es ging zwar schnell, aber künftig machten wir das immer alleine.

Der Grenzübergang war unglaublich. Zwischen den Staaten liefen Nutztiere. Eine richtige braunborstige Sau kam von Honduras, überquerte die Grenze nach El Salvador und lief anschließend grunzend wieder zurück. Niemand außer mir nahm ernsthaft Notiz von der „Grenzsau“. Die Straßen wurden deutlich löchriger in Honduras. Kinder füllten Erde in die Löcher und bettelten dafür die Autofahrer um einen Obolus an.

Schon nach ca. 200 km erreichten wir die Grenze zu Nicaragua. Die Grenzhelfer riefen alle schon meinen Vornamen – wir wurden bereits erwartet. Ohne jegliche Hilfe meisterten wir jedoch auch diesen Übergang. Die Straßen in Nicaragua waren hervorragend, was die CA2 betrifft und wir kamen schnell voran. Als wir einmal Pause machten und wir eine Kleinigkeit zum Essen kauften, bekam unser Pärchen auch Hunger. Elias schnappte seine Gitarre und lief zum benachbarten Restaurant, spielte ein wenig und kam eine halbe Stunde später mit 7,– US$ zurück. – Geht doch! Und wieder hat es sich bestätigt, nichts ist unmöglich.

In Nicaragua kurz vor dem Grenzübergang zu Costa Rica haben wir die beiden dann abgesetzt, direkt am Lago Nicaragua. Wir nahmen unseren vorläufig letzten Grenzübertritt in Angriff, meisterten diesen schon fast professionell und erreichten die Hacienda von Agi und Guido, den Schweitzer Auswanderern mitten im Urwald, gleich nach der Grenze. Auf der „Finca Cañas Castilla“ blieben wir zwei Nächte. Wieder umgeben von Urwald und deren Bewohnern. Auf dem Grundstück findet man von Krokodilen bis zu den Brüllaffen wieder alle Spezies. Dorthin werden wir nach unserem Heimataufenthalt noch mal fahren, den Honduras und Nicaragua stehen nochmals auf unserer Agenda. Auf unserer Weiterfahrt nach San José haben wir auch schon in San Ramón unsere nächsten Malkontakte geschlossen. Als wir dann am  6.5., das war der Montag, gegen Mittag ankamen, begannen wir sofort unsere Heimreise vorzubereiten. Es gab viel zu tun. Auto reinigen, Ersatzteile für den Kundendienst besorgen usw. Drei Tage später startete unser Flieger gen Frankfurt. Wenn wir am 13.6. zurückkommen, werden wir uns Costa Rica auch ausgiebig widmen. „Balu“ steht auf dem Gelände einer Werkstatt, direkt neben der Polizeistation. Wir hoffen, dass er auch bei unserer Rückkehr noch hier steht, der Polizeichef von Coronado, einem Vorort von San José hat es versprochen.

Wie es weiter geht gibt es im nächsten Bericht zu lesen. Oder auf Facebook unter: PanAmericanArte.

 

2 Responses to Von Topolabampo in Mexiko bis San José in Costa Rica – Highlights am laufenden Band

  1. Gerd-Ludwig Hienz

    Sie haben eine tolle Darstellung Ihrer Reise in Amerika gemacht. Ich bin richtig neidisch. Leider spreche ich kein Spanisch, sonst wären meine Frau und ich sicher auch noch weiter gen Süden gefahren. So waren wir ein Jahr in Nordamerika, es war wunderbar! Leider ist meine Frau Ende März gestorben und allein traue ich mich noch nicht auf weite Touren. Weiterhin alles Gute für Sie auf Ihren weiteren Strecken. Ich werde Ihre Seite weiterverfolgen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd-L.Hienz

  2. alberto

    Hola me ha dado mucho gusto leer su diario de viaje… me salí del face. creo que seguiré sólo con mi blog. artealbertocalderon.blogspot.com. face quita mucho tiempo y a veces es como una adicción sin sentido… gracias por tomarnos en cuenta en este viaje por América. Ojalá lleguen con exito al final del viaje…cuando viajen por Perú deben vistar obligatoriamente el museo del Señor de Sipan.. en la costa norte de Perú… les sorprenderá de fijo.. bueno estaré escribiéndoles de vez en cuando un abrazo fraterno. Alberto.

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