Von San Francisco am Pazifik entlang der Highway 1 bis San Diego

Posted by on 17. Dezember 2012

Meinen letzten Bericht schloss ich mit dem Wunsch, zu meinem Geburtstag eine Flasche Champagner auf der Golden Gate Bridge zu öffnen – kaum bis  gar nicht machbar, als Rat für jeden Nachahmer. Nachdem wir am 8.11. noch eine Nacht in Mills Valley vor den Toren San Franciscos verbrachten, brachen wir früh morgens Richtung Golden Gate Bridge auf. Nach einer halben Stunde Fahrt lag sie vor uns, im Hintergrund die „Skyline„ der Stadt, noch in der Morgenröte eingehüllt. Wir stoppten an der Nordseite der Brücke und erkundeten sie von allen Seiten, auf der Suche nach dem besten Blick mit und auf die Stadt. Den ganzen Tag verbrachten wir so rund um die Brücke und waren beeindruckt von der architektonischen Meisterleistung und ihrer Schönheit. Einen ruhiger Platz zum Anstoßen war leider nicht zu finden – aber ich musste ja eh auch noch fahren. Die Suche nach einem geeigneten Stellplatz in „Downtown“- Nähe erwies sich zunächst als sehr schwierig. Man kann zwar am Marina Green tagsüber kostenlos stehen bleiben, nachts aber ist es verboten. Wir trafen einen Taiwanesen, der gerade zu einem Campground aufbrach, wir fuhren ihm einfach hinterher, weit draußen und teuer, deshalb blieben wir die nächsten Tage einfach tagsüber im Marina Green, Nähe Fort Mason und nachts stellten wir uns auf das Gelände des exklusiven Yachtclubs auf der Halbinsel unweit von Marina Green. Wir fragten und man sagte uns, es sei für ein paar Tage kein Problem. So hatten wir wieder den bestmöglichen Platz ergattert. Wir standen alleine auf einem bewachten Gelände, direkt am Wasser und morgens, als wir unsere Jalousien öffneten, hatten wir freien Blick auf  die Insel Alcatraz und die Golden Gate Bridge. Außerdem war es hier nachts absolut ruhig. Wir konnten also die Stadt genießen. Zu Fuß eroberten wir sie, beginnend  am Fort Mason Gelände über Fishermans Wharf entlang den Piers hoch zum Coit Tower usw. Was wir nicht „erlaufen“ konnten, machten wir schließlich mit dem Sightseeing Bus. Hier in San Francisco trafen wir auch wieder Susan Cohn, eine Reisejournalistin, die wir schon in Kolob Valley bei Cedar City getroffen hatten. Sie zeigte uns Ecken der Stadt, wie man sie  nur als „Insider“ kennt. Auch  nahm sie uns mit auf eine Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung  zu „75 Jahre Schneewittchen und die 7 Zwerge“ ins Walt Disney Family Museum. Walt Disney hatte hierfür 1939 einen Oscar bekommen, den wir natürlich auch im Original bewundern konnten. Hier stellte sie uns der Tochter von Walt Disney, Diane Disney Miller vor. Die Ausstellung wurde durch sie eröffnet. Nach einem kurzen „Smaltalk“ und einem gemeinsamen Foto wünschte sie uns unserem Projekt weiterhin viel Glück und Erfolg. Wir freuten uns so, interessante Persönlichkeiten zu treffen, trafen wir doch tags zuvor schon die Enkelin von Alfred Hitschcock, Susan Coit Williams. Nach soviel Prominenz machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Monterey entlang der schönen Küstenstrasse. Der viel beschriebene 17-Mile-Drive südlich von Monterey ist zwar schön, kostet allerdings 10,- US$ Eintritt und führt im Wesentlichen an den exklusiven Golfplätzen und Wohnvierteln der „Superreichen“ vorbei. Wenn man nicht gerade am bekanntesten Golfloch der Westküste interessiert ist – so wie wir, dann kann man sich die Strecke sparen. Zu erwähnen wäre vielleicht doch noch die „Lone Zypress“, ein einzelner, hoch auf einem Fels stehender alter Zypressenbaum, der unter Alfred Hitschcock in einem Krimi Bekanntheit erlangte. Etwas weiter südlicher ist die Küste genau so schön und noch viel ursprünglicher und kostet zudem nichts. Weiter ging es dann über Big Sur , wo wir Hippies trafen, die mit uns malen wollten und  dann den Julie Pfeiffer Burns State Park erreichten. Hier kann man die McWay-Falls, einen Wasserfall, der direkt in den Pazifik mündet besichtigen. Bei den White Rocks fuhren wir an vielen Seelöwen- und Seeelefantenkolonien vorbei. Wenn es auch mal regnete, so machte es riesigen Spaß, den behäbig wirkenden Tieren zuzusehen. Es scheint, dass sie außer fressen, schlafen und sich balgen nichts anderes machen und trotzdem konnten wir uns sehr schwer wieder von ihnen losreißen. Wir näherten uns langsam Los Angeles und steuerten Malibu an, als wir plötzlich durch einen lauten Knall aufschreckten und unser „Balu“ in Schieflage geriet. Bei Tempo 100 km ist ein Hinterreifen geplatzt und das mitten auf der Highway 1 im Baustellenbereich. Wir hatten also nicht lange Zeit darüber nachzudenken, was gerade passiert war, wir mussten wieder weg von dieser Engstelle. Obwohl wir uns ganz zur Seite schmiegten und 2 Warnschilder aufstellten, rauschte der Verkehr haarscharf an uns vorbei. Ja, unsere Warnschilder wurden sogar umgefahren, dass wir heilfroh waren, als wir nach gewechseltem Reifen von dieser Stelle weg kamen. Erst als wir den nächsten „Campground“ ansteuerten, wurde uns bewusst, welch Glück wir in dieser Situation hatten. Malibu erreichten wir dann tags darauf. Hier wurden wir wieder mit Sonnenschein und einem Standplatz mit Pazifikblick und Traum-Sunset“ belohnt. Am Dienstag den 20. November fuhren wir dann rein nach Pasadena um unsere Freunde Pamela und Steve zu besuchen, die wir in Haines kennengelernt hatten. Eigentlich sollten sie in Haines nur ein Foto von uns machen, wir kamen ins Gespräch, blieben in Kontakt und  Monate später trafen wir uns bei ihnen wieder. Wieder, wie so oft auf unserer Reise ,widerfuhr uns eine Gastfreundlichkeit, die uns in Staunen versetzte. Wir konnten bei den beiden vorm Haus stehen, wurden zum Essen eingeladen und hatten die Möglichkeit die Duschen zu benutzen – ach wie wunderbar! Tagsüber fuhren wir  nach Hollywood, besuchten die Universal Studios und nutzten die Gelegenheit zum Reifenwechsel zu fahren. Hier lernten wir dann Ngene kennen. Exakt am selben Tag wie wir hatte auch er einen „Platten“ und war zum gleichen Zeitpunkt beim Reifenwechsel wie wir. Er kam mit Mariana ins Gespräch, sie erzählte von unserem Projekt und er, dass er auch Künstler ist. Schnell waren wir uns einig und besuchten den sympathischen Kenianer in seinem Atelier in Altadena. Wieder hat uns der Zufall geholfen. Nach einem langen Vormittag, den Ngene zum Malen benötigte, machten wir uns auf, die Mega-City zu verlassen – wie so viele. Wir hatten nicht daran Gedacht, dass ja das lange Thanksgiving – Wochenende bevor stand. Immer der 3. Donnerstag im November ist Thanksgiving – das wohl wichtigste Fest in den Staaten.  Die  16-spurige Autobahn war in allen Richtungen voll, denn dieses „wichtigste Wochenende“ nutzten natürlich viele, um raus aufs Land zu fahren oder Verwandte und Bekannte zu besuchen. Nach stundenlangen Staus erreichten wir schließlich doch noch den Yoshua Tree Nationalpark. Dieser war allerdings bis zum letzten Platz belegt und so verbrachten wir die erste Nacht außerhalb. Tags darauf fanden wir doch noch einen schönen Platz, obwohl am Eingang des Parks „full“ auf die  allgemeine Situation im Park hinwies. Neben unserem schönen Platz zwischen den runden Felsen baute auch eine amerikanische Familie ihr „Domizil“ auf. Wir merkten, dass noch eine weitere Familie mit Ihnen kam, jedoch  nur etwas entfernt einen Platz fand. Wir boten Ihnen an, mit ihnen Platz zu tauschen und waren somit schon wieder in ein Gespräch verwickelt. Das Resultat der Aktion war, dass wir zwar einen anderen Platz hatten (genauso schön) und dazu noch zwei Familien gefunden kennenlernten, die an unserem Projekt mitmalen wollten. Die Familien Hinds und Hirsch aus Malibu beteiligten sich dann mit allen anwesenden Familienmitgliedern – von klein Eric (3J.)  bis … 50 J.) und alle hatten dabei ihren Spaß – auch wir. Den Park fanden wir wunderschön und wir konnten uns wieder einfach nicht los reißen. Wir blieben länger als geplant, machten schöne Wanderungen zu urigen Felsformationen und abgelegenen Oasen. Nach einer knappen Woche  ging es dann doch wieder weiter, Richtung Westen nach San Diego. Dort wollten wir wieder malen. Chops Wanderweid hatte sich wieder gemeldet – wir trafen ihn und Baylee an der Hwy. 1 bei Big Sur wo wir uns verpassten.  Die beiden wollten unbedingt mit uns malen und waren auch auf dem Weg nach San Diego.  Da wir doch noch etwas Zeit hatten, machten wir halt im Desert Hot Spring Ressort von „Uncle Sam „– ist allemal einen Besuch Wert! Auch machten wir noch einen „Abstecher“ nach Anza Borrega“. Diesen Namen hatten wir vorher noch nie gehört, doch als wir dort ankamen, waren wir von der Schönheit dieser Wüstengegend fasziniert. Neben ausgiebigen Wanderungen zu Oasen und durch versteckte Canyons, suchten wir auch wunderschöne Campgrounds mitten in der Wüste auf oder besuchten die herrlichen, überdimensionalen Skulpturen, die rund um den Ort, in der Wüste verstreut, aufgestellt sind.  Auch gab es einen „Hotspot“ mitten im Ort und ich versuchte da die Dateien meines Laptops etwas zu dezimieren, da ich kaum mehr Speicher zur Verfügung hatte. Inzwischen haben sich 45000 Bilder  die ich während unserer Reise „geschossen“ habe,  angesammelt. Doch da passierte mir ein Missgeschick und ich löschte sämtliche Bilder von meinem Rechner. Einige Tage war ich am Boden zerstört, die ganzen Bilder – weg! Das waren schlimme Tage für mich, bis mein Freund Achim ( der beste seines Faches) den größten Teil per Fernwartung wieder herstellen konnte. Letztendlich fehlten 3 Tage und für diese gibt es auch noch Hoffnung sie wieder von dem Speicherchip der Kamera, wo sie zwar auch schon gelöscht wurden, wieder her zu stellen. So erreichten wir – wieder etwas entspannter , San Diego. Riesig, viel Verkehr und doch etwas „relaxter“ als Los Angeles. Strandspaziergänge, fischen und Leute beobachten, das war unsere Hauptbeschäftigung. Außerdem mussten die Sachen , die Mariana mit nach Deutschland nehmen wollte, gepackt werden. Nicht zu vergessen unser Maltermin, den wir am 5. Dezember mit Chops und Baylee vereinbarten. Wir trafen uns tags zuvor schon an der „Ocean Beach“ zu einem Kaffee, um alles zu besprechen. Am „Dog Beach“ malten wir dann den ganzen Tag und wir waren froh darüber,  dass unsere zweite Leinwand nun voll war. Am nächsten Morgen brachte ich dann Mariana mit den zwei Leinwänden und einem Berg Gepäck zum Flughafen von San Diego. Vorsichtshalber habe ich einen leeren Rucksack zum Einchecken mitgenommen, falls wir wieder was auszupacken hätten. 67 kg zeigte die Waage am Schalter – und? Es passierte nichts, das gesamte Gepäck ging mit ins Flugzeug. Da dürfen sich die „Erbsenzähler“ von Condor, Lufthansa und Air Berlin eine Scheibe abschneiden. Island Air und Frontier sage ich bloß! Übrigens! – Es ist auch alles heil und komplett in München angekommen. Mariana war dann am 8.12. in München. Für mich gab es noch was zu erledigen. Da ich jetzt ja weiter nach Florida fahren will, brauchte ich eine neue Leinwand, falls jemand malen möchte. Über UPS an eine Abholstelle von UPS in San Diego sollten die zwei neuen Leinwände gehen. Da erhielt ich die Nachricht, dass die Leinwände irgendwo beim amerikanischen Zoll liegen. Leinwände sind aus Baumwolle und diese in die USA einzuführen ist etwas schwierig. Das Problem konnte ich nicht lösen und so fuhr auch ich am 8.12. weiter ohne zu wissen wann und wie ich wieder zu den Leinwänden komme. Der Betreiber der Abholstelle – Ali Mir,  war jedoch so freundlich und bot mir an, mich zu benachrichtigen, sobald diese eintreffen. Was dann damit geschehen soll, weiß ich noch nicht. Bin dann mal unterwegs nach Florida ( ca. 3500 km einfach) Weiteres gibt es im nächsten Bericht zu lesen oder wie immer über Facebook. Bilder  gibt’s wie immer auf unserer Bildergalerie bzw. Kurzfilme bei Youtube.

One Response to Von San Francisco am Pazifik entlang der Highway 1 bis San Diego

  1. Stegmaier, Reinhard

    Liebe Weltenbummler,
    haben heute wieder einen “Bericht” belesen und sind von den Erlebnissen beeindruckt! Über die Entdeckerfreude und den Mut zu diesem Unternehmen sind wir sehr erstaunt!
    Wir wünschen für die weitere Reise und für das Neue Jahr 2013 Gottes Segen, viel Gesundheit, nur gute Erlebnisse und weiterin alles Gute!
    Liebe Grüße
    Reinhard und Maria Stegmaier

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