Den Trans-Canadian-Highway entlang über Ontario, Manitoba, Saskatchewan bis Alberta

Posted by on 27. Juni 2012

 

Bei herrlichem Sonnenschein auf Manitoulin Island angekommen, erkundeten wir erst mal die Insel in Richtung Norden, wie uns ein einheimischer Trucker auf der Fähre riet. Auf der Insel befindet sich übrigens auch der Lake Manitoulin, der größte Binnensee der Welt, der wiederum auf einer Insel liegt.

 

Sechs verschiedene First Nation – Stämme leben hier verstreut und wir entschlossen uns, wenn möglich, mit First Nation People zu malen. In Wikwemikong  fanden wir einen schönen Stellplatz direkt am Ufer zur Georgian Bay. Wir waren die einzigen auf dem Campingplatz und genossen den Blick auf den See. Der Eigentümer wollte einen Freund zum Malen einladen. Dieser war aber beim Fischen und als wir das Camp verließen hatten wir den Gedanken auf der Insel zu malen schon fast verworfen. Nur einige Kilometer weiter jedoch gab es direkt an der staubigen Strasse einen Souvenirladen, den ich ansteuerte. Innerhalb kürzester Zeit waren wir von einer Schar von Kindern umgeben. Auch der Besitzer kam im selben Moment angefahren, gerade zurück vom Augenarzt, wie er uns gleich erzählte. Schnell war  mit ihm geklärt, dass er, sein Sohn und eine Freundin mit uns malen wollten und ihr Thema, stand nach kurzer, interner Diskussion auch gleich fest. Das Ganze wurde zu einem aufregenden Familienereignis. Fast fünf Stunden hielten wir uns hier auf und das Familienoberhaupt Red Willow holte zum Abschied noch seine Trommel und sang dazu. Danach kamen wir nur noch bis Providence Bay und fanden mitten in der kleinen Ortschaft neben der Bücherei, was immer bedeutet, dass wir WiFi-Anschluss haben werden, einen schönen ruhigen Stellplatz. In einer nahegelegenen Galerie kam Mariana mit dem Galeristen ins Gespräch und er war von unserem Projekt so begeistert, dass er uns nach M’chigeeng zu Ann Beam schickte.  Ihr verstorbener Mann Carl Beam, war der erste First Nation-Künstler, der in der National Galerie von Ottawa ausgestellt wurde und weltbekannt  ist. Nun sollten wir zu seiner Witwe Ann fahren, auch renommierte Künstlerin. Selbstverständlich machten wir das und fuhren direkt dahin. Freundlich begrüßte sie uns und hat von sich aus angeboten mit am Projekt zu malen, denn, wir getrauten uns gar nicht sie zu fragen. Sie bot uns auch an, auf ihrem schönen Anwesen über Nacht stehen zu bleiben und hatten auch noch ein gemeinsames Abendessen bei Kerzenlicht mit ihr. Am nächsten Morgen zogen wir dann wieder weiter, stolz darauf, dass wir die Tage auf der Insel mit so interessanten Menschen verbringen konnten. Wieder am „Festland“ führte unsere Strecke am North Channel Hwy. 17 entlang bis zur „Pan Cake Bay“ am Lake Superior, dem größten Binnensee der Welt. Glasklar, wild und ungestüm ist er und hat schon viele Schiffe zum kentern gebracht. Weit mehr als 120 Schiffswracks sollen auf seinem Grund liegen. Und riesig ist er – er gleicht einem Ozean. Hier, an der „Pan Cake Bay“ haben wir direkt am Ufer „wild“ gecampt. Die aus dem Wasser lugenden Steinformationen gleichen einem Pfannkuchen – so platt und gaben der Bucht so den Namen. Immer entlang am schönen und abwechslungsreichen Seeufer des Lake Superior, zwischen durch mit kleinen Pausen am See, erreichten wir  nach weiteren ca. 400 km Fahrt unseren nächsten Halteplatz bei Rossport. Wir hatten wieder einen schönen Blick auf die vor gelagerten Inseln, auf denen sich viele „heilige Stätten“ der „First Nations“ befinden. Wie man uns erklärte, sollen diese bald zum nationalen Denkmal erklärt werden. Und wirklich, dieser Ort hatte auch für uns eine besondere Ausstrahlung. Weiter ging´s zunächst noch am Lake Superior bis Thunder Bay,  wo wir  nur einkauften, dann führte die Highway weg vom See Richtung Winnipeg. Wir überschritten wieder eine Zeitzone, kamen bis Uppsala und machten halt an einem „Campground“ direkt am See. Man warnte uns ausdrücklich vor Bären, denn im Vorjahr hat hier ein Bär einen Camper getötet. Heute weißt noch eine kleine Gedenkstätte auf das Geschehene hin. Es waren aber nicht die Bären, die uns zu schaffen machten, es waren die Moskitos. Zerstochen und gemartert fuhren wir früh morgens los. Wir erreichten nach ca. 5 Std. Fahrt die Grenze zu Manitoba und kamen bald nach Winnipeg. Die Landschaft war schon seit einigen hundert Kilometern sehr flach geworden und man sah nur noch Weizenfelder, ab und zu Farmen und Kühe und riesige Lagerhäuser. Die Trans-Canadian-Highway ist 4-spurig ausgebaut, wenig Verkehr und daneben verläuft auch noch die Eisenbahnlinie. Die ewig langen Güterzüge holen das Getreide von den Lagerhäusern ab. Auch fand ich die für uns abnormen landwirtschaftlichen Fahrzeuge interessant. Es gab jetzt keine Brücken mehr und wenn Straßen den Highway kreuzten, dann gab es einfach eine Kreuzung auf der Autobahn und die Geschwindigkeit wurde von 110 km/h auf 80 km/h begrenzt. Wir nahmen die Umgehung von Winnipeg und fuhren noch eine Weile auf der Hwy. 1 bis zu einem geeigneten Campground. Es war der 18.6. und wir sind heute ca. 591 km weiter gekommen. Am nächsten Tag hatten wir uns noch mehr vorgenommen, denn das Wetter war schlecht, es regnete und die Landschaft veränderte sich kaum. So stellte ich den Tempomat auf 110 km/h und wir erreichten nach ca. 5 Std. Fahrt die Grenze zu Saskatchewan. Mit dem neuen Distrikt begann auch wieder eine neue Zeitzone, was immer bedeutete, dass wir unsere Uhr um eine Stunde zurückstellen mussten. Wir durchfuhren die Distrikthauptstadt Regina und erreichten nach ca. 742 km Swift Current, wo wir am Parkplatz eines Walmart übernachteten. Diese Walmartparkplätze sind immer sehr praktisch, da die Märkte meist bis 23.00 Uhr geöffnet haben und man einkaufen kann. Außerdem befindet sich meist ein Mc Donald Restaurant mit im Gebäude, was wiederum der Garant für eine kostenlose WiFi-Verbindung ist. Es soll aber inzwischen Walmarts geben, die Campingfahrzeuge nicht mehr akzeptieren. Bisher haben wir diese Erfahrung nicht gemacht.

Einige hundert km nach Swift Current begann sich dann die Landschaft wieder zu verändern und es wurde hügeliger. Außerdem standen immer mehr Ölpumpen in der Landschaft. Wir kamen nun nach Alberta. Man merkte das sofort am Dieselpreis. Vorher ca. 1,34 CAD$/l und jetzt im Schnitt 1,1CAD$/l, teilweise noch günstiger. Dies liegt am Ölreichtum des Distrikt Alberta und daran, dass kaum Steuern erhoben werden. In den anderen Distrikten und Territories ca. 13,5 % – in Alberta ca. 4,75%. Ganz habe ich das aber auch nicht verstanden, wie viel Prozent auf was erhoben wird. Am Donnerstag spät am Nachmittag sind wir dann nach weiteren 502 km in Calgary angekommen. Wir fuhren nach Downtown,

parkten 200 m entfernt vom Tower und flanierten noch durch die Stadt. Wir standen über Nacht wieder am Walmart, den uns die Dame von der Touristen-Info empfohlen hatte und parkten den nächsten Tag über in Downtown, die war die günstigste  Möglichkeit Calgary zu erkunden. Am Walmart Parkplatz klopfte ein Neuseeländer mit seiner Freundin an unser Fahrzeug, nachdem er unsere Webadresse gelesen hatte. Die beiden wollen auch die Panamericana fahren und sie waren bereits in Alaska, so hatten wir uns einiges zu erzählen. Am Freitag besichtigten wir den Tower, mit herrlicher Aussicht bis in die Rocky Mountains. Das Wetter war sonnig und warm. Oben am Turm hörte ich plötzlich vertraute Stimmen und wir trafen Besucher aus Parsberg, die uns bei unserem Citybummel noch mehrmals über den weg liefen. Als wir dann kurz vor unserer Weiterfahrt einkaufen waren und am Supermarktparkplatz standen, klopfte wieder jemand an unsere Türe und fragten uns im „gepflegten oberpfälzisch“ – Seid Ihr nicht die vom Wochenblatt, worüber wir gelesen haben? Diese beiden waren aus Beratzhausen und gerade auf Rundreise. (Mehr dazu unter Begegnungen).

Nun ging es weiter nach Banff in die Berge. Wir haben uns mit Katrin & Olaf sowie Gerhild & Sepp – die mit uns in Halifax angekommen sind, verabredet am Campingplatz in Banff zu treffen. Als wir ankamen, hatten sie schon einen Stellplatz für uns reserviert. Wir hatten uns viel zu erzählen, denn jeder war woanders. Sie fuhren am nächsten Tag weiter, da sie ja schon länger auf uns gewartet haben. Wir nutzten am nächsten Tag das schöne Wetter und gingen Bergwandern und anschließend in den heißen Thermen baden. Banff ist sehr touristisch und nicht gerade billig. Das Wetter schlug um und wir beschlossen uns den Nationalpark die nächsten Tage näher anzusehen, bevor wir dann nach Prince George fahren. Dort wollen wir am 1. Juli sein. Mit Sepp haben wir ausgemacht uns am 3.-5. Juli in Whitehorse zu treffen, wir wollen dann mit dem Kanu den Yukon entlang paddeln. Zunächst wollen wir aber unseren Aufenthalt in den National- und Provincial-Parks genießen, sofern das Wetter mitspielt. (Mehr Bilder dann wieder unter den Bildergalerien)

2 Responses to Den Trans-Canadian-Highway entlang über Ontario, Manitoba, Saskatchewan bis Alberta

  1. Adolf und Jitka Tahedl

    Hallo Ihr zwei Reise-Weltmeister !!!
    Bei soviel Reiseberichten und Bildern in so kurzer Zeit, da wird einem ganz schwindelig.
    Wir freuen uns mit Euch,dass Ihr so viele und interessante Erlebnisse habt.
    Marinas Bild hatt sich schon eingewöhnt in unserer “Stube”
    herzl. Grüsse senden Adolf und Jitka !!

  2. Renate und Wolfgang Göpfert

    Hallo Ihr Weltenbummler,

    wir haben Euren sehr interessanten Bericht gelesen und, oh wie schön, wir kommen auch darin vor. Unsere Reise mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen ist leider schon wieder vorbei, aber wir werden sicherlich wiederkommen.
    Wir wünschen Euch weiterhin eine schöne und vor allem unfallfreie Reise.

    Viele Grüße von den beiden Parsbergern Renate und Wolfgang

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>