Die frankokanadischen Metropolen Québec und Montréal und Kanadas Hauptstadt Ottawa

Posted by on 4. Juni 2012

Am Pfingstsonntag den 27. Mai brachen wir gegen Mittag auf  Richtung Saguenay-Fjord, nachdem wir uns endlich von den vorbeiziehenden Walen losreißen konnten. Zuerst noch kurz auf der Hwy 138 Richtung Tadoussac, dann über die 172 bis Chicoutimi und von da ab wieder nach Süden Richtung Quebec über die Hwy 175 bis L’Étage, wo wir an einem See halt machten.

Die Strecke am Fjord entlang war sehr reizvoll und wir machten immer wieder für Foto-Shootings halt. Tags darauf erreichten wir am Vormittag Québec. Nach längerer Zeit war dies die erste

„Großstadt“, was sich am zunehmenden Verkehr schnell deutlich machte. Wir kamen aber gut zu recht damit und fanden für unseren Québec-Aufenthalt auch den  idealen Platz. In der zentrumsnahen Marina konnten wir zu relativ günstigem Preis stehen und hatten obendrein einen tollen Blick auf die Altstadt, die zu Fuß in nur 10 Minuten erreichbar war. Wir flanierten auf der Terrasse Dufferin, einer Promenade hoch über dem St.-Lorenz-Strom am berühmten Hotel „Fairmont Le Château Frontenac“ vorbei und stiegen die Stufen zur „La Citadelle“ hoch. Früher war dies eine der größten Festungen in Nordamerika, heute ist dort eine Kaserne untergebracht. Man kann aber trotzdem geführte Touren machen und die historischen Gemäuer und Bauten besichtigen. Außerdem hat man hier einen grandiosen Blick auf die Stadt und den St. Lorenz, der sich hier schon mit Salzwasser mischt, obwohl zum Atlantik noch ca. 1400 km sind. Da sich das Wetter verschlechterte, beschlossen wir auch in den Innenbereich der Zitadelle zu gehen. Da wir die Anweisungen an der Kasse missverstanden haben, gingen wir ohne „Guide“ los. Es kam uns sehr bald etwas seltsam vor und ich sprach einen Soldaten an, der uns entgegenkam und wollte wissen, wie man in die verschlossenen Teile der Anlage kommt. Es war ein junger kanadischer Major, der uns spontan mit in die Offiziersmesse nahm, die eigentlich  so gar nicht zum offiziellen Besichtigungsbereich gehört. Trotzdem war es sehr Interessant, die historischen Räume kennen zu lernen, wo gerade die Generalität tagte. Er erklärte uns noch kurz die Geschichte der militärischen Anlage anhand der Bilder in den Gängen und Räumen der Anlage, dann seine persönliche Geschichte, dass er momentan für zwei Monate hier stationiert ist und anschließend wieder in Afghanistan eingesetzt wird und verschwand sodann im Offiziersspeisesaal. Wir schlossen uns dann der nächsten geführten Gruppe an, die es kaum glauben konnten, als wir erzählten wo wir überall waren. Die Altstadt von Québec mit ihren Gassen und der Vielzahl von historischen Plätzen und Gebäuden ist wohl die „französischte“ Stadt in Amerika und hat uns sehr gefallen. Tags darauf brachen wir wieder gegen Mittag auf und fuhren die Hwy 138 direkt am St.-Lorenz-Strom entlang Richtung Montreal. Diese Route war der Tipp eines Wirtes, wo wir am Abend zuvor auf ein Bier waren. Die Strecke war schön, meist gepflegte Häuser am Ufer des Stroms. Zwischendurch hatten auch wir einen guten Blick darauf. Vor den Häusern mit gepflegten Rasen waren die Porsches und Pontiacs  geparkt, daneben fast immer ein großes RV und oftmals auch noch ein Rennboot. – Man ist stolz darauf, was man hat. Wir kamen bis zu einem kleinen Ort kurz vor Le Gardeus und beschlossen dort halt zu machen. Es war schwierig einen passenden Ort zu finden, doch auch hier half uns wieder der Zufall und hatten Glück. In der Bücherei, wo ich noch nach „WiFi“  (W-Lan) fragte, jedoch nicht fand, war eine Mitarbeiterin, die nicht nur Englisch, sondern auch ein wenig Deutsch sprach. Als ich sie nach einem Stellplatz fragte, rief sie spontan Ihren Ehemann an und bereitete Ihn vor, dass die nächsten 10 Minuten ein Wohnmobil  aus Germany vorbei kommt und in Ihrem Garten parkt. So war es dann auch. Chantal und Martin hießen Sie. Es war ein schöner, ruhiger Platz. Wir plauschten  am Abend noch ein wenig mit Ihnen und verabschiedeten uns auch gleich wieder. Sie  mussten am nächsten morgen früh zur Arbeit, wir aber brachen am Mittwoch gegen 9.00 Uhr auf und fuhren direkt nach Montreal. Das Wetter war besser, die Sonne schien und wir hatten etwa 25°.

Ein Verkehrsstau empfing uns in Montreal. Dennoch haben wir auch dies gemeistert und sind punktgenau auf einem nirgends verzeichneten Parkplatz  direkt an der Hwy 132, im Zentrum von Montreal in der Nähe des Geländes der Weltausstellung von 1967 gelandet. Dieser Platz war Ideal, der Tipp kam von einer Mitarbeiterin des CAA. Es gab fast alles was ein „Campground“ zu bieten hat – außer Duschen. Zur U-Bahn waren es zu Fuß nur ca. 15 Min. Das zu einer Marina gehörende Gelände war relativ ruhig, bewacht und verhältnismäßig günstig. Wir blieben 2,5 Tage hier stehen, kauften uns ein 3-Tage-U-Bahn-/Bus-Ticket für 16,-CAD$ und genossen die Metropole. Wir zogen durch die Straßen der Stadt und fanden in Manjit Singh Chatrik auch gleich einen bereitwilligen, aus Indien stammenden Künstler, der sich an unserem Projekt beteiligt. Auch von den momentan herrschenden Studenten-Protesten wegen der Erhöhung Ihrer Studiengebühren um 40% bekamen wir in den Strassen mit. Viele Bürger zeigten in den Strassen mit „Töpfeklopfen“ ihre Solidarität mit den Studenten und protestieren gleichzeitig gegen die soziale Ungerechtigkeit im Land. Als wir vom Mont Royal hinunter zum Zentrum abstiegen, war es schon bemerkenswert festzustellen, wie sich das „soziale Gefüge“ entlang der Boulevard de Maisonneuve, weiter zur Rue Sainte Catherine veränderte. Zunächst gläserne Bank- und Geschäftsgebäude, Menschen in schwarzen Anzügen, mit großen Autos und fein gekleidet, vor Ihren Champagnergläser hinter abgegrenzten Freisitzen,  Minuten später  durchliefen wir ein „mittelständisches Stadtbild“ und am Ende unsere Spazierganges empfing uns ein „schrilles“ aber auch fast „liebenswertes“ Stadtviertel. Es pulsierte und war in jeder Hinsicht „Vielfältig“. Wir kannten auch schon „Soho“ in London und waren einiges gewohnt, doch „Soho“ erschien  uns in diesem Moment im Vergleich als „Kindergarten“. Mittendrin genossen wir bei einem Bier das „Treiben“ auf der Strasse, die soviel an Eindrücken zu bieten hatte. Auch fanden wir noch schöne Plätze, von wo aus wir die Skyline von Montreal bei Nacht bewundern konnten. Zum Formel 1 Grand Prix am 9. Juni kamen wir allerdings eine Woche zu früh. Die Tage vergingen wieder wie im Flug und am Freitag 1.6. nachmittags brachen wir auf zu unseren Freunden nach Buckingham. Auf dem Weg dorthin hielten wir noch kurz in Montebello an. Hier steht das größte Blockhaus der Welt. Es ist ein um die Jahrhundertwende gebautes und sehr exklusives Hotel, wo auch schon öfters „große Politik“ gemacht wurde. U.a. war eine G7 Konferenz mit Ronald Reagen, Margret Thatcher und Helmut Schmidt. Schließlich in Buckingham angekommen, konnten wir uns in Ruhe regenerieren unsere Eindrücke verarbeiten und uns auf die nächsten Ziele vorbereiten. Das kleine Anwesen (ca. 60 ha ) war absolut idyllisch und abgeschieden gelegen und wir konnten viel vom kanadischen „Way of life“ erfahren. Unsere Gastgeber, Lyette und Wolfgang verwöhnten uns das ganze Wochenende mit kanadischen Köstlichkeiten, die sie zum Großteil selbst am Hof angebaut haben. Unser Sonntagsausflug mit Wolfgang führte uns nach Ottawa. Hier hatten wir in der „National Gallery of Canada“ die Gelegenheit, neben einer Van Gogh – Sonderausstellung Gemälde namhafter Künstler Kanadas und Nordamerikas bewundern zu können. Außerdem erhielten wir von Wolfgang eine „exklusive“ Stadtführung durch Ottawa. Am  Montag den 4. Juni, nachdem Lyette mit Mariana gemalt hat, geht es nun weiter zur größten Stadt Kanadas – Toronto.

Mehr Bilder wie immer unter der Bildergalerie, die jedoch aus “Zeitmangel” ;-) hinterher hinkt.

3 Responses to Die frankokanadischen Metropolen Québec und Montréal und Kanadas Hauptstadt Ottawa

  1. Jutta

    Toronto wird Euch gefallen. Eine junge, pulsierende Stadt. Viel Spass Jutta

  2. Franz

    Sehr informativ Deine Berichte. Werde euch weterhin auf Euerer Reise begleiten.

  3. Barbara Englberger

    Hallo liebe Mariana und Michael,

    wir Regensburger Fans verfolgen mit Spannung die sehr interessanten Berichte , die von Euch beiden kommen. So können wir in Gedanken mit Euch reisen und werden auch weiterhin mit dabei sein.
    Alles Liebe und Gute weiterhin – von der Gruppe Umbra – gezeichnet von Barbara

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