Über Labradors Weiten zum Walbeobachten an den St. Lorenz-Strom

Posted by on 27. Mai 2012

Wir schafften es nicht bis Happy Valley-Goose Bay, zu lange war die Strecke, so dass wir abseits der Strasse auf einem freien Platz halt machten. Es war ein ruhiger Platz, nicht im Lichtkegel von vorbeifahrenden Fahrzeugen -Punkt. Am nächsten morgen nach dem obligatorischen Kaffee ging´s gleich weiter und wir waren nach ca. 2 Std. Fahrt in Happy-Valley-Goose Bay, einer belebten Kleinstadt, weit ab von allem aber mit allem. Wir nutzten das Internet in der Touristikinfo, tankten auf und kauften noch ein und setzten unsere Fahrt auf dem Highway 510 fort.  Wieder 350 km Schotterpiste, an Churchill-Falls vorbei an sich kaum verändernden Landschaften. Wir vermissten die Tiere aber man sagte uns die Karibus sind nur im Winter da. Endlich haben wir einen schönen Platz gefunden, wo wir die Nacht verbringen wollen. Direkt an einem schönen kleinen und sehr romantischen See, abseits der Straße, so wie wir uns das gewünscht haben. Zündung aus! Aber was für ein Schreck, als wir unsere Wohnkabine öffneten. Wir hatten bei unserer Kaffeepause tatsächlich vergessen das Rückfenster unseres Aufbaus zu schließen, was zur Folge hatte, dass der gesamte „Wohnbereich“ total verstaubt war und wir erst alles saubermachen mussten. Fast zwei Stunden waren wir am putzen – wir schworen uns, dass uns dies nie wieder passieren wird. Die Nacht war kalt und der See überzog sich mit einer kleinen Eisschicht – was wohl der kleine Frosch macht der noch quakte, bei dem Frost, dachte ich noch beim Einschlafen. Am nächsten morgen schien wieder die Sonne und weiter gings nach Walbusch und Labrador City. Es gibt alles hier und die Leute sind stolz auf ihre Stadt, es gibt Arbeit, was wohl der Grund für viele ist – das meine wär´s nicht. Wir gaben unser Satellitentelefon ab, tankten auf und versuchten im „Art Center“ jemanden zum Malen zu finden. Nach 3 Stunden haben wir aufgegeben und fuhren weiter Richtung Quebec. Die Strasse war nun öfter geteert, aber nicht unbedingt besser, die Landschaft veränderte sich. Hier wird überall Erz abgebaut, so dass ganze Landstiche aufgerissen wirken und ganze Berge aufgeschüttet sind. Riesige rot gefärbte Seen zeugen von den „Umweltsünden“ Spätestens als wir den Highway 389 von Manic Cinq nach Baie Comeau  fuhren, wussten wir, dass Montreal und New York viel Energie brauchen. Hier stehen 5 riesige Wasserkraftwerke in Folge, die die Metropolen der Ostküste mit Strom versorgen und das sieht man überall. Auf dieser Strecke kommen uns hunderte sogenannte „Monster-Trucks“ mit Raupen, Baggern, Rohren, Bohrern, Kränen und sonst was entgegen und es ist nicht nur staubig. Diese Trucks haben Ihren Tempomat auf 100 km eingestellt und da gibt es kein zurück. Wir sind gerne immer ganz nach rechts ausgewichen, es hat aber nicht verhindert, dass Steinschlag einen Scheinwerfer zertrümmerte und mehrfach einschlug. Heilfroh sind wir dann 40 km vor Tadoussac auf einem schönen Campingplatz direkt am St. Lorenz-Strom gestrandet. Camping du Paradise mit herrlichen Blick auf die vorbeiziehenden Wale, die hier den von den Flüssen angeschwemmten Krill fressen. Den ganzen Tag ziehen sie vorbei und wir können vom Ufer aus zusehen. Wir bleiben zwei Tage hier, versorgen uns mit Proviant, bevor es am Pfingstsonntag weiter geht Richtung Saguenay-Fjord und weiter nach Quebec.

 

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