Über den Viking Trail nach Labrador

Posted by on 23. Mai 2012

Es war Freitag der 19. Mai, als wir vom Table Land zum RV-Park nach Rocky Habour kamen. Der sehr saubere und relativ neue Campinglatz war noch geschlossen als wir ankamen, konnten den Verwalter aber im benachbarten Friseurladen anrufen und 10 Min. später war er auch schon da und ließ uns rein, denn es stand ein langes Wochenende an, da am darauffolgenden Montag „Viktorias-Day“ gefeiert wird, erwartete er auch noch weitere Gäste. 

Wir konnten alles, was wir uns vorgenommen hatten, erledigen und uns sortieren. Wir gingen zum Fischer, holten uns frischen Fisch, ins Cafe mit Blick aufs Meer und zum nahegelegenen Leuchtturm an der „Lobster Cove“. Am Sonntag fuhren wir weiter entlang des „Viking Trails“ immer noch im National Park Gros Morne. Wir machten halt in Salis Coveund ließen uns von einem alten Fischer die Lebens- und Arbeitsweise der Fischer in früheren Tagen erklären, was dieser mit Begeisterung tat, und machten eine Wanderung in Western Book Pont zum See. Auf dem ca. halbstündigen Weg zum See, wo ab Juni auch Boote in den Fjord reinfahren, hatten wir unsere erste nähere Begegnung mit einem „Moose“, das plötzlich im Gebüsch stand und uns beobachtete. Wir wussten zuerst nicht, ob wir daran vorbeigehen sollten oder wieder zurück, entschlossen uns aber, einfach weiter zu gehen als ob nichts wäre, außerdem hatte es ein Lachen im Gesicht. Die Elche schauen allerdings alle so aus, als ob sie lachen würden – vielleicht tun sie das ja auch -, unterschätzen sollte man die Tiere, die bis zu 2 Meter hoch und 800 kg schwer werden aber nicht, besonders jetzt, wenn sie mit Kalb unterwegs sind. Ist ja gut gegangen und der Weg zum See hat sich gelohnt. Von Western Brook Point ging´s dann gegen Norden nach St. Anthony, wo wir die vorbeiziehenden Eisberge bewunderten. Nach Aussage von 2 Männern, mit denen wir uns unterhielten, sind die Eisberge heuer sehr früh dran. Die beiden empfahlen uns dann noch ein günstiges Fischrestaurant, wo wir dann speisten und mit unserem „Balu“ über Nacht stehen bleiben konnten. Am nächsten Morgen machten wir uns zum nachgebauten Wikingerdorf bei L’anse  aux Meadows. Noch keine Saison, erst ab 1. Juni geöffnet, erzählte uns die freundliche „Walkerin“ die wir am Parkplatz vor dem Eingang trafen. Wir unterhielten uns eine Weile mit ihr, und sie lud uns zu sich ein. Sie meinte, wir sollten erst den Rundweg auf dem Gelände gehen, und anschließend zu ihr nach Hay Cove kommen, dort betreibt sie ein Bed & Berakfast Haus mit  dem Namen „Marilyn´s Hospitality“. Der Rundweg um die Ausgrabungsstätten der Wikinger war wunderschön,auch der Nachbau einer Wikingersiedlung, nur das Informationszentrum war geschlossen. Neben uns waren nur einige wenige Leute da. Anschließend fuhren wir zu Marilyn. Sie zeigte uns Ihr Haus mit 7 Zimmern und stolz auch eine Urkunde, die Sie im Wohnzimmer eingerahmt hängen hat, die Ihr König Harald V. und Königin Sonja von Norwegen nach

Ihrem Aufenthalt in Ihrem Hause geschickt hatten. Sie erklärte sich auch bereit, an unserem Projekt mitzumalen, was in Ihrem Wohnzimmer stattfand. Während des Malens hatte man einen schönen Blick aufs Meer und einen großen Eisberg. Wir durften dann Ihren Internetanschluss benutzen und vor Ihrem Haus stehen bleiben. Zum Abschied schenkte Sie uns auch noch ein Stück „Moosefleisch“ – selbst gejagt von Ihrem Mann, und Fisch. Am nächsten Morgen dann (Mo. 21.5.) machten wir uns früh auf den Weg zur Fähre nach Labrador, die um 10.30 Uhr gehen sollte und wo wir noch ca. 140 km Anfahrtsweg nach St. Barbe hatten. Es ging alles glatt, und nach einer zweistündigen Überfahrt waren wir auf Labrador, holten uns dann gleich am Hotel „Northern Light Inn“ unser Satellitentelefon ab, das alle Durchreisenden Richtung Quebec zu Ihrer Sicherheit mitnehmen sollten. Es kostet nichts und man gibt es dann bei Verlassen von Labrador wieder im Hotel ab. Leichter Regen und ca. 10 Grad empfingen uns, aber das Wetter wurde dann immer besser. Wir besichtigten den höchsten Leuchtturm von Labrador in L’anse Amour direkt an der Strait of Belle Isle. Eine berüchtigte Stelle für alle Seefahrer. Viele gestrandete Schiffe liegen  noch verrostet am Strand. Ab Juni ziehen hier auch die Wale durch, die man dann von der Küste aus gut beobachten kann. Von dort aus gings noch einige Kilometer geteert, dann auf Schotterpiste weiter. Die Natur immer unwirtlicher und rauher, jedoch von faszinierender Schönheit. Die Nacht verbringen wir in Marys Harbour. Auf dem Weg dorthin sind uns auf über 100 km gerade mal 3 Autos entgegen gekommen. Jetzt stehen wir mitten im Ort am Meer. Morgen geht es dann weiter Richtung Westen. Es liegen ca. 500 km  Schotterpiste vor uns – ohne eine Besiedlung dazwischen, deshalb auch das Satellitentelefon. Die Straße war gut und wir sind gut voran gekommen. Das Wetter änderte sich auch fast schlagartig und wir hatten am Dienstag in Pinsens Arm 35 Grad Celsius und Eisberge. Die 35 Grad waren allerdings Plusgrade, die wir gerade hier nicht erwartet hatten. Die Piste wurde dadurch ein wenig staubig. Wir machten zur Mittagszeit einfach am Straßenrand halt, mit Blick auf einen kleinen Eisberg, und bereiteten uns das Moosesteak zu, dass sehr lecker schmeckte (Danke Marilyn!). Die Piste Richtung Happy Valley Goose Bay, wo wir jetzt gerade stehen, war auch gut zu befahren und wir übernachteten abseits der Piste, wo nur selten mal ein Truck vorbeidonnerte. Tiere sieht man kaum, nur die Landschaft kann man bewundern. Heute am Mittwoch hat es auch wieder “normale”  und ortsübliche Temperaturen.(+11°). Mehr Bilder dann wieder in der Bildergalerie.

One Response to Über den Viking Trail nach Labrador

  1. Jutta

    Hallo, mit großem Interesse verfolge ich Euere Reise. Erlebnisse, tolle Bilder und Orte an denen ich auch schon war fesseln mich. Leider habt Ihr kein Bild von einem Eisberg, das hätte mich sehr gefreut. Würde zu gern mal einen sehen… Wünsch Euch weiterhin eine gute Reise. Jutta

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