Start mit Hindernissen

Posted by on 11. Mai 2012

Einen Tag vor Abreise waren wir noch mit der Übergabe des Ateliers und dem Reinigen der Wohnung beschäftigt. Auch unser Gepäck war noch nicht vorbereitet und einige andere organisatorische Sachen waren noch nicht erledigt, so dass wir uns freuten, dass wir in Kerstin und Wenke zwei Helferinnen hatten. Dennoch waren wir bis ein Uhr des Abreisetages beschäftigt.

Endlich war er da, der lang ersehnte Abreisetag. Wir hatten es geschafft, eine Punktlandung hingelegt und verließen um 8 Uhr morgens die Wohnung Richtung Bahnhof. Entspannt begannen wir unsere PanAmericanArte – alles glatt gelaufen. Im Zug nach Frankfurt ließ ich alles noch mal Revue passieren und wir kamen bis Neustadt/Aisch, als sich schlagartig Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten. An alles haben wir gedacht, alles war perfekt geplant, doch weder Mariana noch ich haben beim Verlassen der Wohnung in den kleinen roten Schlüsselkasten direkt beim Ausgang unserer Wohnung geschaut – und da hingen sie, die Autoschlüssel von „Balu“. Das Thema Auto war für mich schon abgehakt, da er ja schon in Halifax angekommen ist, doch wie bringe ich ihn aus dem Hafen, wenn ich keine Schlüssel habe, das war mein erster Gedanke. Sofort rief ich meinen Freund Gerhard an, der zunächst an einen Scherz glaubte, jedoch an meiner Reaktion sofort erkannte, dass wir in großer Not waren.

Er stieg in sein Auto und fuhr gleich zu unserer Wohnung, Schlüssel holen und ab Richtung Frankfurt, denn die Zeit war knapp. Wir gaben inzwischen unser Gepäck auf und der nächste Stress begann:“ Sie haben zwar nicht die erlaubten 46 kg, jedoch 3 statt 2 Gepäckstücke“, lächelte uns die Condor-Mitarbeiterin am Checkin-Schalter an, was dann bedeutete – nachzahlen!

Gerhard raste immer noch Richtung Flughafen und hielt uns am Laufenden, wo er sich gerade befindet und ich klärte am Schalter ab, wie man ein verspätetes Eintreffen von Gerhard „händeln“ könnte – „Geht nicht“, so die Schaltermitarbeiterin.

Inzwischen sind unsere Bekannten  Olaf und Karin aus Wiesbaden eingetroffen, die ich von der Fahrzeugabgabe in Hamburg kannte, die uns zu beruhigen versuchten. Dann, der fast erlösende Anruf von Gerhard:“ Ich bin 74 km vor Frankfurt“ – und das 45 Min. vor dem „Einchecken“. Dank seiner Hilfe haben wir es geschafft, mit den Autoschlüsseln in die Sicherheitszone vorzudringen.
Heilfroh waren wir, dass wir nun endlich in der Wartezone vor dem Einstieg waren.  Aber es war für uns noch nicht das Ende der „Fahnenstange“ erreicht.

Plötzlich stand eine zwar attraktive, dennoch sehr entschlossene Condor-Mitarbeiterin vor uns und wollte das Handgepäck wiegen. 6 kg Übergewicht und 120,- € war Ihr „Urteil“. Zunächst half alles reden nichts, bis dann Olaf (ehemaliger Lufthansa-Pilot) vorstellig wurde und das Gepäck auf seine „Kappe“ nahm. Er flog Comfort Class – und da spielte das Gewicht und die Menge des Handgepäcks keine Rolle.

Nach ca. 8 Stunden in Halifax angekommen, waren wir zunächst „geschafft“. Am nächsten morgen eilten wir mit Olaf und Karin gleich zur Spedition,  suchten anschließend das Zollbüro auf und  fuhren schließlich mit dem Taxi in den Hafen um „Balu“ abzuholen.

Wir sahen ihn wegen seiner blauen Farbe schon von weitem. Die Abholung war einfacher als erwartet. Gezeichnet von den Ereignissen des Vortages übernahmen wir von der Spedition unser Fahrzeug. Bei den vier anderen, die auch im gleichen „Flieger“ und mit uns im Hafen waren, war alles in Ordnung – oh Schreck!, meine Solarpaneele fehlt. Im Büro des Hafenmeisters waren ca. 6  Hafenmitarbeiter, die alle ihre Schulter zückten. Ein Protokoll wurde erstellt und Kontaktadressen der Spedition mit Sitz in New Jersey/USA  überreicht. „Sch…….“ warum ausgerechnet mir, dachte ich noch, bevor wir den Zollbereich verließen. Kaum draußen am Parkplatz vor dem Hafen stieg Josef ( auch Abholer) auf seinen Camper um zu sehen, ob seine Paneele noch drauf ist, weil er gerade dies nicht kontrolliert hat, als er mir zurief:“ Was hast Du denn? – Deine Paneele ist doch drauf“. Tatsächlich – ich habe in der Aufregung nur die Drähte der abmontierten Satellitenanlage gesehen und vermutet, sie gehören zur Satellitenanlage – Irrtum. Ich war heilfroh, dass mir dieser „Ärger“ erspart geblieben ist.

Jetzt konnte es richtig los gehen. Auftanken, Einkaufen, Kartenmaterial beim CAA (kanad. Automobilclub) besorgen und Umpacken, was wiederum den

ganzen Tag in Anspruch nahm. Am 10. Mai, haben wir „unsere Tour“  jetzt begonnen – wir fahren Richtung Südwesten von Novo Scotia zum berühmtesten Leuchtturm  „Peggy Cove“und weiter nach Lunenburg, einer deutschstämmigen Kleinstadt im Süden von Nova Scotia.

9 Responses to Start mit Hindernissen

  1. Marlene

    Ich freue mich dass Ihr einigermaßen gut angekommen seid und werde immer mal nachsehen.
    Viele Grüße
    Marlene

  2. Elisabeth Stork

    Was wäre ein Start ohne Hindernisse?
    Es kann nur besser werden, es liegt alles in Gottes Hand.
    Ich werde Sie auf Ihrem Weg mit Interesse begleiten.
    Liebe Grüße
    Elisabeth

  3. Gerhard

    Ja, dann kann es ja jetzt richtig losgehen. Ich wünsch EUCH allzeit gute Fahrt, nette Begegnungen, gutes Wetter und viel Glück auf der gesamten Reise.
    Der Jahn hat übrigens gegen den KSC 1:1 gespielt! Montag Abend Daumen drücken für das Rückspiel in Karlsruhe.
    Alles Gute und liebe Grüße aus Regensburg.

  4. Moser Franz

    Nach dem Vorbereitungsstreß und den Hindernissen der Anreise
    wünsche ich Euch eine gute und erlebnisreiche Reise.
    Werde Euch weiterhin auf Eurer Tour begleiten.

    Viele Grüße aus Poin
    Franz mit Anneliese

  5. Claudia Egersdörfer

    … wir sind sooooo…. gespannt auf Eure Tour. Alles erdenklich Gute wünschen wir Euch,
    liebe Grüße, Claudia, Stefan, Theresa, Noah, Magdalena + “Egiopa”

  6. Katrin

    und die erste Ansichtskarte “Peggy’s Cove” ist auch schon angekommen!
    Vielen Dank und alles Gute!

  7. Olga María Rodríguez

    Hola Mariana y Miguel, ¡qué maravilla que están haciendo realidad su sueño! Una gran aventura de aprendizaje! Qué Dios y los ángeles que tenemos los cuiden mucho en esta experiencia de vida. Un abrazo, Olguita

  8. Don MacDonald

    Ich bin froh, Ihr habt doch den Cabot Trail besucht! Schön, euch kennengelernt zu haben (unterwegs im Condor Flugzeug). Good luck you two!

    • Michael

      Danke Don! Es war ein guter Tip und wir sind froh, dass wir den Cabot Trail gemacht haben, er hat uns sehr gefallen. Du hattest sicher auch einen schönen Aufenthalt zuhause, wenn auch das Wetter anfangs nicht so toll war. Wir wünschen Dir eine gute Zeit und freuen uns wieder mal von Dir zu hören.
      Servus Mariana & Michael

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